Nachdem der Musikraum der Miester Sekundarschule seit drei Monaten wegen Sanierungsbedarfes gesperrt ist, hat die Kreisverwaltung nun angekündigt, dass im Februar die Zustände behoben werden sollen.

Mieste l Es stinkt im Musikraum der Miester Sekundarschule. So stark sogar, dass Schulleiterin Heike Herrmann ihn Anfang Juli sperrte. Zuvor hatten Eltern bei einer Versammlung in dem Raum gesessen, allerdings nur wenige Minuten. "Modriger, widerlicher Geruch nach Schimmel und Feuchtigkeit" herrsche in dem Raum, schrieb die Elternratsvorsitzende Mandy Schulze an die Vorsitzende des Kreisbildungsausschusses.

Hintergrund des Schreibens vom 4. September war, dass sich bis Schuljahresbeginn nichts getan hatte, obwohl die Kreisverwaltung vom Zustand wusste. Kreissprecherin Birgit Eurich bestätigte gestern, dass am 17. Juli eine Besichtigung des Raumes durch Verwaltungsmitarbeiter erfolgt sei.

Schulze beklagte in dem Schreiben, dass sich mit Schuljahresbeginn die räumliche Situation an der Schule verschärft habe, da dort zwei Kinder mit Autismus lernen. "Den Schülern mit Autismus muss ein Rückzugsort, der ständig der gleiche Ort sein muss, zugewiesen werden", so Schulze. Das könne an der Schule nur noch ein Vorbereitungsraum sein, dessen Renovierung für dieses Haushaltsjahr bereits beschlossen worden sei. Renoviert worden ist bislang jedoch nichts.

12 000 Euro im Haushalt 2014 eingestellt

Eurich bestätigte, dass 12 000 Euro für die Sanierung des Vorbereitungsraumes eingeplant sind. Dass bisher baulich noch nichts passiert sei, begründete sie damit, dass nach der Besichtigung des Musikraums festgelegt wurde, "dass eine gemeinsame Maßnahme umgesetzt werden soll". Heißt: Musik- und Vorbereitungsraum sollen zusammen saniert werden. Da die 12 000 Euro nicht für beide Räume reichen, "wurde nach Möglichkeiten gesucht, die Finanzen aufzustocken". Zurzeit werde dies vorbereitet, teilte Eurich mit. Die Sanierungskosten für den Musikraum belaufen sich nach ersten Planungen auf 23 000 Euro, hinzu kommen die 12 000 Euro für den Vorbereitungsraum. Die Baumaßnahmen sollen in den Winterferien vom 2. bis 14. Februar stattfinden, so Eurich.

Bei der Besichtigung des stinkenden Musikraumes im Juli hatte es die Information gegeben, dass das Geld für den Vorbereitungsraum vorhanden sei, aber die Bearbeiter in der Kreisverwaltung dafür fehlen würden. Dazu teilte Eurich mit, dass zurzeit die zusätzliche Herstellung von Unterkünften für die Asylbewerber im Landkreis Priorität habe und daher von den Mitarbeitern des Bauamtes vordringlich bearbeitet werden müsse.

Eltern fordern Sanierung in diesem Kalenderjahr

Die Probleme mit stinkenden Räumen in der unteren Etagen der Sekundarschule gibt es nicht zum ersten Mal. Vor einigen Jahren waren bereits Geschichts-, Physik-, Hauswirtschafts- und Technikraum betroffen. Mit der Herausnahme des Bodens und einem neuen Fließestrich konnten die Mängel behoben werden.

Die Elternvertreter hatten in ihrem Schreiben eindringlich appelliert, "dass der Musikraum und der Vorbereitungsraum noch in diesem Kalenderjahr und so schnell wie möglich hergerichtet werden, damit die Lehrer vernünftig arbeiten können und damit vor allem den Schülern mit Beeinträchtigung die Bedingungen für das Lernen an einer Sekundarschule geboten werden". An der Miester Sekundarschule lernen 226 Schüler, davon elf mit erhöhtem Förderbedarf in unterschiedlichen Bereichen.

Raumbedarf besteht auch, weil die Schule ihr Konzept neu ausgerichtet hat, so dass die Förderung von versetzungs- und abschlussgefährdeten Kindern nicht mehr am Nachmittag, sondern am Vormittag im Unterricht geleistet wird, in dem eine Doppelbesetzung durch Fachlehrer oder der Förderlehrerin erfolgt. Dafür werden Räume für kleine Gruppen benötigt. Direktorin Heike Herrmann: "Der Wille der Kollegen ist da, aber die Bedingungen könnten besser sein."