Die Odyssee und ungewisse Zukunft der drei Schwanenjungen vom Gardeleger Stadtgraben hat ein glückliches Ende genommen. Sie schwimmen seit etwa fünf Wochen als Adoptivkinder einer Schwanenfamilie auf der Alster in Hamburg.

Gardelegen/Hamburg l "Sie sind umgezogen, wurden von einer Schwanenfamilie adoptiert und schwimmen nun auf der Alster in Hamburg", verkündete Ingeborg Köhn am Montag die neueste Nachricht über die drei Gardeleger Jungschwäne, die Mitte Juli zu Waisen geworden waren.

Regelrecht über Nacht war das Elternpaar vom Gardeleger Stadtgraben verschwunden. Zurück blieben vier ihrer ursprünglich fünf Jungen als Waisen (Volksstimme berichtete). Als tags darauf ein weiterer Jungschwan zu Tode kam, brachten Ingeborg und Ulrich Köhn die verbliebenen drei Tiere in Sicherheit. "Dort, auf dem Teich bei der Lebenshilfe, waren sie gut aufgehoben, wurden versorgt und hatten eine liebevolle Umgebung", erzählt Ingeborg Köhn Aber sie hätten eben keine sozialen Kontakte gehabt, von denen sie hätten lernen können, bedauert Köhn.

Immer wieder werde sie angesprochen, wie es den drei mittlerweile halbwüchsigen Schwänen gehe, erzählt die Gardelegerin. Und da es nun eine ganz andere, glückliche Entwicklung gegeben habe, wolle sie dies nun auch sozusagen offiziell berichten. Demnach waren die Jungtiere eines Tages auch vom Gelände der Lebenshilfe verschwunden und auf einem Privatgrundstück an der schmalen Gehre wieder aufgetaucht. "Dort konnten sie aber nicht bleiben, und ihre Sicherheit war auch nicht gewährleistet. Also haben wir uns überlegt, was wir da machen können", erzählen Ulrich und Ingeborg Köhn.

Rat und Hilfe fand das Ehepaar durch das Internet. Der Hamburger Olaf Niess, auch bekannt als Schwanenvater der Hamburger Alsterschwäne, hatte ein paar gute Tipps parat. Ihn rief Ingeborg Köhn nämlich an und fragte mitten im Gespräch einfach: "Oder könnten Sie die Drei aufnehmen?" Prompte Antwort: "Ja. Wenn Sie und die Schwäne mit den entsprechenden Formularen kommen, wird das kein Problem."

Und es wurde tatsächlich kein Problem. "Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Gardelegen und dem Amtstierarzt kann ich nur loben. Das lief alles ganz glatt und unbürokratisch ab", ist Familie Köhn noch immer ganz begeistert. Vom Ordnungsamt musste eine Bescheinigung vorliegen, die den Transport der Tiere genehmigte, und der Amtstierarzt musste die Gesundheit der Tiere bestätigen. "Die Schwäne sind kerngesund", lautete das Ergebnis. Die Kosten für die Laboruntersuchung hat die Stadt übernommen. "Dafür möchte ich ein großes Danke sagen", betont die Gardelegerin.

Die drei Jungschwäne wurden am 19. August nach Hamburg gebracht. Schwanenvater Olaf Niess hatte für sie schon einen Familie mit drei Jungtieren ausgesucht, zu denen die Gardeleger gesetzt wurden. "Die Adoption hat geklappt. Alles ist gut. Die Elterntiere und die anderen Jungschwäne haben sie in der Familie aufgenommen. Sie befinden sich jetzt in der Phase der Auswilderung", zeigen sich Ingeborg und Ulrich Köhn erfreut, die den Kontakt nach Hamburg noch halten. Damit haben die drei Waisen eine neue Heimat und eine sicherere Zukunft gefunden, als sie sie auf dem Stadtgraben wohl gehabt hätten.