Vahrholz l Sie war schon von weitem zu sehen: die riesige Staubwolke, die am Wochenende das Veranstaltungsgelände des 24-Stunden-Simson-Rennens einhüllte. War es im vergangenen Jahr noch im Matsch versunken, so war es diesmal auf dem frisch abgeernteten Acker knochentrocken. Und das verursachte leider auch den einen oder anderen Bruch, der bei solchen Wettkämpfen aber immer einkalkuliert werden muss.

Mensch und Maschine waren aber bei so gut wie allen Teams bestens auf die Bedingungen eingestellt. Manche hatten bereits Wochen vorher mit dem Schrauben begonnen. Doch von den Veranstaltern, bei denen es sich um die Mitglieder des 1. FCKW handelt, war im Vorfeld ganz klar geregelt worden, was erlaubt ist - und was eben nicht.

Am besten kamen Frank Bümann, Enrico Jache, Enrico Thiele, Kay Hennigs, Steffen Lahmann, Tom Kreutzer und Marno Schulze mit der Strecke zurecht. Sie stellten nämlich das Team des RSV Binde, das am Ende ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen durfte. Dass diese Männer und ihr Simson-Moped in Topform sind, hatte sich allerdings schon in Runde eins abgezeichnet. Da nämlich waren sie bereits klar in Führung gegangen. Und die sollten sie in den nächsten 24 Stunden nicht mehr abgeben. Insgesamt drehten sie 438 Runden auf der 1,75 Kilometer langen Strecke - und damit 14 Runden mehr als die Zweitplatzierten.

Andere Teams hingegen hatten weniger Wettkampfglück. Immer wieder verschlug es sie und ihre Fahrer zurück in die Boxengasse. Dort wurde dann geschraubt, was das Zeug hielt. Manche Mannschaften hatten ganze Werkstätten, aber auch komplette Küchenausstattungen mit nach Vahrholz gebracht. Für das leibliche Wohl war aber von den Veranstaltern in ausreichendem Maße gesorgt.

Der 1. FCKW, der ebenfalls ein Team stellte, das am Ende Platz 32 erreichte, setzt sich nur aus etwas mehr als einer Handvoll Mitglieder zusammen. Allerdings konnten die sich wieder, wie zum Beispiel auch bei den von ihnen organisierten Highland-Games, auf die Unterstützung von rund 70 Helfern verlassen. Ganze Familien packten da mit an und sorgten mit dafür, dass auch dieses dritte 24-Stunden-Simson-Rennen zu einem unvergesslichen Spektakel wurde. Ein Spektakel, auf dessen vierte Auflage sich schon jetzt das Gros der teilnehmenden Mannschaften freut. Viele von ihnen waren bereits zum wiederholten Mal dabei. Und einige hatten hunderte Kilometer zurückgelegt, um in Vahrholz mitmischen können.

"Wir sind hier alles Verrückte", meinte am Ende der Veranstaltung zum Beispiel Oliver Ruth mit einem Blick durchs Fahrerlahrer. Auch er war schon zum dritten, und sicher nicht zum letzten Mal dabei. Selbst wenn er und seine Teamkollegen vom MSC Altmersleben im Scherz darüber nachdachten, ob sie nicht lieber Synchronschwimmen machen sollten. Das ist billiger - aber nicht halb so lustig.

   

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Die 24 Stunden von Vahrholz

Vahrholz. Mensch und Simson wurden am Wochenende in Vahrholz bei Kalbe großen Belastungen ausgesetzt. 24 Stunden heizten die Rennfahrer von den Kultmopeds über den Acker.