Gardelegen (dly) l Auch wenn die Ernst-Thälmann-Straße für den Verkehr geöffnet und ein kurzzeitiges Parken möglich wäre, würden nicht deutlich mehr Menschen die Fußgängerzone besuchen als bisher. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen. Am 15. September war die Umfrage abgeschlossen, jetzt liegen die Ergebnisse vor. Und die sind recht eindeutig.

Von den 1602 Teilnehmern - ohne das soziale Netzwerk Facebook - haben 1324 ihr Kreuz bei "Nein" gemacht. Damit haben 82,65 Prozent der Teilnehmer gesagt, dass sie auch nicht öfter die Innenstadt besuchen würden, wenn dort Kurzzeitparken erlaubt und der Bereich für den Fahrzeugverkehr geöffnet wäre. Nur 290 Teilnehmer (17,35 Prozent) haben die Frage mit "Ja" beantwortet. In einer Vorlage für den Stadtrat hat Mandy Zepig, in der Verwaltung zuständig für die Wirtschaftsförderung und Innenstadtentwicklung, auch die Herkunft der Teilnehmer aufgeschlüsselt. Von den 1602 Teilnehmern sind 620 keine Einwohner der Ortschaft Gardelegen. 500 von ihnen (80,65 Prozent) stimmten mit "Nein", 120 (19,35 Prozent) mit "Ja".

Die Umfrage war von der zu Jahresbeginn ins Leben gerufenen Innenstadtoffensive, konkret von den Arbeitsgruppen Parken/Verkehr und Innenstadt, initiiert und vorbereitet worden. Es wurden Listen ausgelegt in Gardelegen und auch in den Ortsteilen, in Kindereinrichtungen und Grundschulen, in Märkten im Gewerbegebiet, in der Bibliothek und in der Stadtverwaltung. Zudem konnte via Facebook und per E-Mail die konkrete Frage beantwortet werden. Auf Facebook haben sich 98 Nutzer beteiligt. 63 Prozent waren für "Nein", 38 Prozent für "Ja".

Großschach, Spielgeräte und Bücherschrank

Signale gab es aber auch aus anderer Richtung. So hat sich zum Beispiel der Ortschaftsrat Letzlingen für den Erhalt der Fußgängerzone ausgesprochen. Unter dem Strich sagt das Umfrageergebnis: Die Mehrheit wünscht sich den Erhalt der Fußgängerzone. In der Beschlussvorlage heißt es dazu: "Das Ergebnis der Umfrage widerspiegelt das Interesse der Bürger an direkter demokratischer Beteiligung und zeigt den Bürgerwillen auf."

Und wie geht es nun in Kenntnis des Umfrageergebnisses weiter? Darüber haben sich die Arbeitsgruppen schon im Vorfeld Gedanken gemacht. So könnte zum Beispiel die Ernst-Thälmann-Straße für Fahrräder freigegeben werden. Die Radler könnten den Mittelstreifen zwischen den Bordsteinen nutzen. Zudem sollte darüber nachgedacht werden, Spielgeräte, ein Großschachspiel und/oder einen öffentlich zugänglichen Bücherschrank für jedermann anzuschaffen. Möglich wäre aber auch eine den Händlern entgegenkommende Änderung der Sondernutzungssatzung, damit die Gewerbetreibenden einen begrenzten Teil der Fläche vor ihren Geschäften kostenfrei nutzen können für Stühle und Tische oder Verkaufsauslagen. Ziel ist dabei immer, die Innenstadt zu beleben - und das Vorhandene zu erhalten. Dazu gehört nach Ansicht der Arbeitsgruppen eine Aufarbeitung der Sitzbänke.

Diese Ideen sollen in Beschlussvorlagen für den Stadtrat eingearbeitet werden, dazu sollen dann noch die Vorschläge aus den Stadtratsgremien kommen. Als Unterstützung für die ansässigen Händler wollen die Mitglieder der Arbeitsgruppen Veranstaltungen in der Innenstadt planen und realisieren. Eine erste ist für die Adventszeit geplant.