Es hat schon geregnet und Nebel behinderte die Sicht, aber am Sonnabend stimmte alles bei der 15. Kutschenrallye in Estedt. Wetter und Stimmung hätten besser nicht sein können. Teilnehmer, Zuschauer und Veranstaltungsteam - alle kamen auf ihre Kosten.

Estedt l 47 gemeldete Teilnehmer und gefühlt 47 verschiedene Anspannungen gab es am Sonnabend bei der Estedter Kutschenrallye zu sehen. "Das ist ja das Schöne an unserer Veranstaltung", sagte Moderator Dietmar Mewes. "Wir wollen Spaß haben, trotzdem etwas Pferdesport zeigen und uns selbst und unsere Gespanne fordern", sagt er als einer der Organisatoren über die mittlerweile 15. Kutschenrallye am Ortseingang. Von kleinen Pony Pepino, das mit kaum zugemuteter Kraft, flink und wendig, seine beiden Fahrgäste Cindy und Leon Jeschke zog bis zum derben Kaltblut Alma, das gelenkt von Alfred Gänger, stampfend den Parcours mit Slalom und Tordurchfahrten absolvierte, war wieder alles dabei.

"Fußballweltmeisterschaft 2014" lautete in diesem Jahr das Motto. Dekorieren ist zwar nicht Pflicht, wird aber gern gesehen. Denn: Es soll ja auch für die Zuschauer auf dem Parcoursgelände ein Spaß sein. Und so musste sich der eine oder andere Dekomuffel von Uli Jelinski beim Empfang schon mal mit leicht süffisantem Ton fragen lassen, ob das Motto wohl überlesen worden sei.

Dementsprechend gab es für den umgekehrten Fall aber auch Lob. Girlanden, Flaggen, Gesichtsbemalung, Badeoberbekleidung (die Cerstin Jelinski aber nicht jedem zeigte), Hüte und sogar einen luftgefüllten Ganzkörper-Ballanzug - alles natürlich in schwarz-rot-gold - gab es da zu bestaunen. In Anbetracht ihrer selbst ernannten Favoritenrolle hatten sich die Gespannführer Rainer Schulze und Horst Krökel gleich die passenden Lorbeerkränze winden lassen und an ihrer Kutsche befestigt. Eines vorweg: Auch auf Platz 32 wirkten die Kränze noch sehr ansehnlich.

Bevor die Gespanne ihr Können im Parcours zeigten, ging es wie immer auf einen rund 20 Kilometer langen Rundkurs durch Feld und Flur. Der war auch in diesem Jahr nicht nur dafür gedacht, dass die Fahrer die altmärkische Landschaft auf sich wirken ließen. An drei Stationen mussten die Teilnehmer ihr Wissen und Können im Fußballerischen beweisen. Bei "Wissen macht Ah!" hatten Otto und Liesel Volber sowie Bruno und Dorothea Alsleben von der Estedter Jägerschaft so einige knifflige Fragen und eine Torwand. Bei den lustigen Omas galt es, Bilder und Namen von Fußballern einander zuzuordnen. Und schließlich und endlich war da wieder der vertrackte Fragebogen des Eckhard Roitsch. Woher er seine Fragen bezieht, deren Lösungen die Teilnehmer unterwegs finden müssen, ist selbst den Estedtern vom Organisationsteam schleierhaft. Denn die Antworten sind nicht eben mal im Internet zu finden, bestätigte Cerstin Mewes, die am Sonnabend die Anmeldebögen und Startnummern ausgab. "Die googeln doch sonst unterwegs alles", fügte sie erklärend hinzu.

Die Aufgaben im Parcours waren dem Motto entsprechend angepasst. "Beim Fußball ist ganz klar Fitness und Kondition gefragt", sagte Dietmar Mewes. "Daher müssen unsere Teilnehmer sich ganz schnell in ein Sportdress stürzen, drei Klimmzüge dort an der Strohgabel des Traktors machen, durch diese fünf Reifen trippeln, fünf Liegestütze machen und dann zweimal auf die Torwand schießen." Und wer dann auch noch den Slalom- und Torparcours möglichst fehlerfrei durchfuhr, der hatte die sportliche Seite des Tages mit Spaß erleben dürfen. Wie immer also, in Estedt!

   

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