Für 122 000 Euro wird zurzeit die Kirche in Berge saniert. Die Malereien der Holztonne wurde gereinigt und gefestigt, außerdem waren Zimmererarbeiten nötig, da einige Balken in Höhe der Traufe stark beschädigt waren.

Berge l Ganz ungewöhnliche Perspektiven eröffneten sich in diesen Tagen in der Berger Kirche. Das stellte auch die Gemeindekirchenratsvorsitzende Marlis Hildebrandt fest, als sie auf das Gerüst unter der Holztonnenkonstruktion unter dem Dach trat. Aus solcher Nähe betrachtet wirken die gereinigten Deckengemälde ganz besonders schön.

Restauratorin festigte die Gemälde

Seit Pfingsten ist das Gotteshaus schon eingerüstet, denn bevor die Zimmerer mit ihren Arbeiten beginnen konnten, mussten die Farbschichten der Gemälde gefestigt werden. Diese Aufgabe oblag einer Restauratorin. Die Deckengemälde wurden 1609, wenige Jahre nach dem Bau der Kirche, fertiggestellt. Laut Auszug aus der Chronik der Kirchengemeinde wurde der Deckenschmuck, eine Nachbildung der Sixtinischen Kapelle im Vatikan, im 18. Jahrhundert auf Veranlassung der Patronatsvertreterin Fräulein von Alvensleben Isenschnibbe erneuert. 1963 sanierte dann Kirchenmaler Bens aus Kloster Neuendorf die Abbildungen. Seitdem war nichts mehr passiert.

Durch die Reinigung und Festigung der Farbschichten, "sind die Gemälde schon wieder viel besser zu sehen", sagte Marlis Hildebrandt. Durchaus hätten sich die Gemeindekirchenratsmitglieder vorstellen können, dass die historischen Abbildungen stärker hervorgehoben werden. Allerdings war "eine komplette Retusche vom Denkmalschutz nicht gewollt", sagte dazu Rainer Wellkisch, Baupfleger im Kreiskirchenamt Salzwedel.

Es ist eine große Baumaßnahme in der Berger Kirche, deren Kosten sich auf 122 000 Euro belaufen. 30 000 Euro finanziert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 50 000 Euro die Landeskirche, 20 000 Euro der Kirchenkreis. Die verbliebenen 22 000 Euro wurden durch die Kirchengemeinde und Spenden finanziert.

Hubertusgottesdienst findet in Estedt statt

Außerdem mussten in Höhe der Traufe Balken erneuert werden. Zwar war erst 2002 das Dach der Kirche komplett neu gedeckt worden, "aber damals ging es nur darum, es regendicht zu bekommen", so Wellkisch. Immer wieder waren davor bei Stürmen die Doppelrömer-Zementziegel von 1974 heruntergeweht worden, so dass Wasser ins Gebäude eindrang. Die Schäden an den Balken "seien alte und neue", sagte der Baupfleger. Geplant sei, dass die Arbeiten noch in diesem Monat beendet werden. Die Biberschwänze, die für die Zimmerarbeiten abgenommen wurden, werden wieder auf das Kirchendach kommen. Vor dem Abbau des Gerüstes in der Kirche wird die Restauratorin noch einmal den Zustand der Gemälde prüfen.

Der traditionelle Hubertusgottesdienst am Sonntag, 26. Oktober, wird noch nicht in der Berger Kirche, sondern in Estedt gefeiert werden. "Wir werden nach den Bauarbeiten erst einmal alles reinigen müssen", schätzte Marlis Hildebrandt ein. Danach werden die Berger die Holztonne ihrer Kirche in neuem Glanz sehen können.