Das Klageverfahren läuft seit mehr als einem Jahr. Die Ortsgruppe des BUND in Schenkenhorst, die den Bau einer Hähnchenmastanlage verhindern will, lädt für Dienstag zu einer Informationsrunde ein - auch um zu zeigen, dass sie noch da ist.

Schenkenhorst l Vor mehr als einem Jahr reichte die Schenkenhorster Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Klage gegen die Erweiterung der bisher noch nicht gebauten Hähnchenmastanlage am Ortsrand von Schenkenhorst beim Verwaltungsgericht Magdeburg ein. Weil seitdem Ruhe herrsche, "bin ich schon mehrfach angesprochen worden, dass sich das dann wohl erledigt habe mit der Anlage", sagte die BUND-Ortsgruppenvorsitzende Margrit Sethge. Doch dem sei nicht so: "Die Anlage ist nicht vom Tisch", so Sethge.

Einen fünfstelligen Betrag habe der Rechtsmittelweg der BUND-Ortsgruppe bis jetzt gekostet. Eine Verhandlung habe es noch nicht gegeben, aber "die Schreiben zwischen den Anwälten gehen hin und her", so Sethge. Die Hoffnung, dass die Betreiber der Anlage, die GbR Volber/Reboné, ihre Pläne zurückziehen, "haben wir nicht mehr", so Sethge.

In der kommenden Woche laden die BUND-Ortsgruppenmitglieder zu einer Diskussionsrunde zum Thema "Risiken und Konsequenzen der industriellen Tierhaltung" ein. Es geht dabei um den aktuellen Stand zum Bau der Anlage in Schenkenhorst, gesundheitliche Schädigungen für Menschen, die in Ställen dieser Art arbeiten und um Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bevölkerung in Schenkenhorst und den Nachbargemeinden.

Ärzte und ein geschädigter Betreiber sprechen

Dabei werden Ärzte, ein geschädigter ehemaliger Betreiber und der Landesgeschäftsführer des BUND, Oliver Wendenkampf, in einer Gesprächsrunde Auskunft geben. Sethge: "Wir wollen zeigen, dass wir noch da sind." Außerdem sei die Ortsgruppe auf weitere Spenden angewiesen, um die Anwaltskosten bezahlen zu können.

Konkret beziehe sich die Klage der Schenkenhorster Ortsgruppe auf das Vorkommen der geschützten Knoblauchkröte, die laut Gutachter in dem Bereich lebe, wo die Ställe entstehen sollen, informierte die Ortsgruppenvorsitzende. "Aspekte, die die Gesundheit des Menschen betreffen, zählen leider nicht", so Sethge.

Zur Vorgeschichte: Die Volber/Reboné GbR aus Schenkenhorst plante 2011 den Bau einer Biogasanlage mit einem angeschlossenen Hähnchenstall für etwa 40 000 Tiere. Gegen dieses Vorhaben gab es keinerlei Widerstände. Der kam dann auf, als das Unternehmen eine Erweiterung der Anlage auf die inzwischen genehmigten 173 000 Tiere beantragt hatte.

Die Gegner der Erweiterungspläne befürchten nicht nur aufgrund der Transporte von Tieren, Futter und Gülle massive Schäden im Straßenbereich, sondern auch gesundheitliche Auswirkungen auf die Bewohner des Ortes.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens waren 2013 knapp 50 Einwände gegen das Vorhaben eingegangen. Das Landesverwaltungsamt als Genehmigungsbehörde hatte jedoch keine Hindernisgründe erkennen können und im April 2013 die Genehmigung erteilt.

Zur Frage, wann der Bau der Anlage beginne, äußerte sich Frank Reboné von der GbR Volber/Reboné auf Anfrage nicht.