Mit einem klaren Votum schickt die CDU ihren Kandidaten Kai-Michael Neubüser ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Gardelegen. 24 der 25 anwesenden Mitglieder stimmten für ihn.

Gardelegen l Es war die erwartbare klare Entscheidung: 96 Prozent der anwesenden CDU-Mitglieder stimmten für Kai-Michael Neubüser. "Ich bin ein bisschen stark gerührt", sagte Neubüser zu dem Votum.

Der 51-Jährige wirkte erleichtert. Innerlich sei er in den vergangenen Tagen unruhig gewesen und habe etwas Bauchgrummeln gehabt, je näher die Entscheidung rückte. "Der Rückhalt gibt mir Mut", meinte Neubüser. Der frisch gewählte Kandidat gab sich daraufhin optimistisch. "Wir haben eine gute Chance, die Wahl zu gewinnen", sagte er.

Ein wichtiger Auslöser in seiner Entscheidung anzutreten, sei das Votum der Bürger bei der Stadtratswahl gewesen. Neubüser erreichte damals 1813 Stimmen - die meisten aller Bewerber. Vor allem sei er seiner Familie dankbar, dass sie den Entschluss mittrage.

"Ich bin die Ochsentour gegangen."

Sehr viele Leute hätten ihn in den vergangenen Wochen gefragt, warum er antreten will. Schließlich hat er als Praxisanleiter an der Krankenpflegeschule am Gardeleger Altmark-Klinikum einen sicheren Job. Er habe oft über die Frage nachgedacht, auch weil er seinen Beruf sehr liebe. Dennoch habe das Bürgermeisteramt einen großen Reiz, und es wäre eine Ehre für ihn. "Es ist eine interessante Aufgabe, die einen fordert", sagte Neubüser.

Aufgrund seiner politischen Vita sähe er den Schritt quasi als folgerichtig an. Zwölf Jahre ist er Mitglied der CDU. Neubüser:"Ich bin die Ochsentour gegangen." Dabei begreife er sich nicht als Parteisoldat. "Ich sehe meine Ämter nicht unter parteipolitischen Gesichtspunkten. Ich handele überparteilich, und das mache ich als Stadtratvorsitzender genauso", erklärte der 51-Jährige. Als Bürgermeister von Mieste habe er zudem bereits "Blut geleckt". Er sei neugierig auf die mögliche neue Aufgabe. Wichtig sei ihm vor allem Teamarbeit. " Ohne Ihre Unterstützung wird der Erfolg nicht gelingen", sagte er zu den Mitgliedern am Montagabend im Gardeleger Wirtshaus.

"Wirtschaftsförderung ist Sache des Chefs."

Er werde ein Wahlkampfteam aufstellen und gemeinsam mit diesem ein Programm erarbeiten. Nun sei er gespannt, was auf ihn in den nächsten Wochen und Monaten zukommt. "Wenn man sich auf die Bühne stellt, darf man sich nicht übers Licht beschweren", meinte der 51-Jährige.

Was er anders machen möchte? "Wirtschaftsförderung ist Sache des Chefs", sagte Neubüser. Ansonsten wolle er - sollte er gewählt werden - erst einmal Gespräche mit den Verwaltungsmitarbeitern führen, wo diese Justierungsbedarf sehen. Er betonte aber auch: "Die Stadt ist in den vergangenen 14 Jahren sehr gut geführt worden.

CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Gebur bezeichnete den 51-jährigen Neubüser als durchsetzungsstark und überparteilich. Kreisvorsitzender Peter Fernitz lobte die "sehr gute Wahl" und André Schröder, Fraktionschef der Landtags-CDU, sagte über Neubüser: "kommunalpolitisch der geborene Kandidat".

Trotz des klaren Ergebnisses - so ganz glatt lief nicht alles bei der Veranstaltung. Auf den Wahlzetteln war der Name des einzigen Kandidaten falschgeschrieben. "K.-M. Neibüser" stand auf ihnen. Darauf machte Karsten Rauhut vor der Abstimmung aufmerksam. Dann gab es noch ein wenig Irritationen als der Miester Ortsvereinchef für die Wahlkommission vorgeschlagen wurde. Ein Gardeleger Mitglied murmelte: "Ich kenn` den nicht einmal."

Für den strahlenden Sieger waren nach dem Abend erst einmal andere Sachen wichtig. Neubüser: "Wenn ich nach Hause komme, werde ich meine Frau begrüßen, ein Glas Wein trinken und den Tag ausklingen lassen. Ich will erstmal alles sacken lassen."