Der Oktobertreff der Jäger des Hegeringes Estedt fand diesmal im Revier Schenkenhorst statt, das zum Hegering gehört. Nach dem Begrüßungssignal der Jagdhornbläser hieß Hegeringleiter Rainer Schulze seine Mitjäger und Gäste herzlich willkommen und übergab das Wort an Revierpächter Berthold Volber, der das Programm erläuterte. "Der Tradition gemäß wollen wir uns auch heute mit einem jagdlichen Thema, nämlich der Niederwildhege, beschäftigen. Doch bevor es ins Revier geht, erwartet uns eine Kaffeetafel, die dankenswerterweise wieder die Jägerfrauen reichlich gedeckt haben", sagte Berthold Volber.

Als sich alle ausgiebig gestärkt hatten, begann der Revierrundgang. Für reichlich Diskussionsstoff zum Thema Niederwild, insbesondere Fasan, Rebhuhn, Hase und Ente, sorgten die Erläuterungen von Berthold und Kurt Volber. "Um die Artenvielfalt im Revier zu erhalten und zu stärken, auch der nicht jagdbaren Tierarten sowie Insekten, haben wir insgesamt drei Wildäcker mit 1,5 Hektar Fläche angelegt. Auf ihnen wachsen mehrere Kleesorten, außerdem Malve, Markstammkohl, Sonnenblumen, Hafer, Buchweizen und auch Kräuter, wie ihr seht. Diese Kulturen bieten dem Niederwild das ganze Jahr Rückzugsorte, dazu Nahrung in Form von Körnern, Samen und Kleininsekten, die Fasane und Rebhühner für die Aufzucht ihrer Nachkommen brauchen", verwies Kurt Volber auf die üppige Vegetation eines kleinen Feldes.

Fressfeinde sind nah

Doch wo sich wegen des so reichlich gedeckten Tisches viel Niederwild aufhält, seien deren natürliche Fressfeinde da, fügte Berthold Volber hinzu und wies in Richtung eines nicht weit entfernten Grabens, auf dessen Böschung Bäume und Sträucher angepflanzt wurden oder durch natürlichen Samenanflug hier anwuchsen. "Dort haben wir eine gut getarnte Lebendfangfalle stehen, wo wir jährlich zahlreiche Waschbären, Marderhunde und Füchse, also die natürlichen Feinde des Niederwildes fangen", informierte der Revierpächter. Einige der nicht so mit der Fangjagd vertrauten Weidmänner wunderten sich beim Gang zur Falle über den sauber geharkten Weg dahin. "Sauberer Gang, guter Fang", beantwortete Berthold Volber mit leichtem Schmunzeln.

Noch mehr Diskussionsstoff für die Weidmänner lieferte dann der Besuch eines in diesem Jahr durch die Schenkenhorster Jäger angelegten sogenannten Fanggartens. Es ist ein zehn mal zehn Meter sehr hoch eingezäuntes und verschlossenes Areal in einem größeren Feldgehölz. "In der Falle dahinten ist ja ein Waschbär drin. Den habt ihr für unseren Besuch hier bestimmt da reingesteckt", entlockte die Erkenntnis des Estedter Jägers Dietmar Mewes den Anwesenden einen Lacher.

"Magischen Geruch" verströmte ein tief im Boden und teilweise abgedecktes Betonrohr, das mit Wildaufbruch befüllt war und von den Jägern als Luderschacht bezeichnet wird. Ein Komposthaufen mit abgedecktem Fallobst sowie ein Platz für Pferdemist gehörten wie mehrere Kastenfallen ebenso zum Fanggarten. Schmunzeln löste aus, dass in den Fallen ja "Gummibärchen" liegen, die eine bekannte Fernsehgröße bewirbt. Das sei jedoch allein kein Geheimrezept für den Fang von mittlerweile jährlich 80 Waschbären, 30 Füchsen und zehn Marderhunden. Ein probates Lockmittel sei auch Trockenobst. "Wir fangen ausschließlich mit Lebendfangfallen und entlassen bei den täglichen Fallenkontrollen geschützte Arten, wie den Iltis, der jüngst erst auf diese Liste gesetzt wurde. Fallenjagd ist zeit- und kostenaufwendig. Mit Blick auf unseren steigenden Besatz an Niederwild jedoch lohnenswert. Ich freue mich deshalb darüber, dass in unseren Nachbarrevieren Algenstedt, Estedt und Kalbe die Fangjagd auf jagdbares Raubwild ebenfalls intensiviert wurde. Raubwild besetzt nun mal freie Reviere und wir sind keine Insel", rundete Berthold Volber seine Erläuterungen ab. Gerhard Henke, der am Reviergang beteiligte Vorsitzende der Jägerschaft Gardelegen, bestärkte die Schenkenhorster Jäger sowie deren Reviernachbarn in ihrem Bemühen, durch intensive Fallenjagd mehr für den Erhalt und die Aufstockung der Niederwildbestände zu leisten.