Kalbe (cn) l Gerade hatte sich die Einheitsgemeinde Stadt Kalbe finanziell erholt, hatte einen ausgeglichen Haushalt vorlegen können. Nun droht ihr neues Ungemach. Wie Kämmerin Ingrid Bösener während der jüngsten Sitzung des Finanz- und Sozialausschusses informierte, lägen ihr seit kurzem die vorläufigen Zahlen für die Landeszuweisungen vor, welche die Kommune für 2015 zu erwarten habe. Demnach bekäme die Einheitsgemeinde 456000 Euro weniger als in diesem Jahr. "Das ist eine erhebliche Größenordnung. Und das stimmt mich sehr traurig", so die Kämmerin. Denn es sei völlig unklar, wie die Stadt dieses Minus ausgleichen könne.

"Bei Elternbeiträgen werden wir etwas machen müssen."

Kämmerin Ingrid Bösener

Den Bürgern seien erneute Steuererhöhungen kaum zu erklären. "Aber bei den Elternbeiträgen für die Kita-Betreuung werden wir etwas machen müssen. Die sind ja seit dem Jahr 2006 gleich geblieben", informierte Bösener den Ausschuss.

Dort gab sie auch Folgendes zu bedenken: "Anderen Kommunen geht es ähnlich wie uns. Auch dem Altmarkkreis. Und der wird das Defizit dann wahrscheinlich mit einer Erhöhung der Kreisumlage ausgleichen. Wo soll er sich denn sonst das Geld herholen?", so Bösener.

Nach ihren Angaben sei das Minus an Landeszuweisungen der 2014 erfolgten Novellierung des Finanzausgleichsgesetzes geschuldet. Allerdings sei für sie schwer nachvollziehbar, wie das Land auf jene Schlüsselzahlen komme, die der Berechnung der Zuweisungen im Fall Kalbe zugrunde gelegt worden seien.