Neue Diagnosetechnik bringt für Patienten in Gardelegen künftig viel mehr Komfort und für Ärzten mehr Sicherheit.

Gardelegen l 15 Jahre lang hat er dem Altmark-Klinikum gute Dienste geleistet. "Viele Patienten konnten sich selbst davon überzeugen", sagt Chefarzt Dr. Michael Bäse. Statistisch gesehen habe in den vergangenen Jahren nämlich jeder Bürger aus dem Altmarkkreis einmal in der Röhre des Magnetresonanztomographen (MRT) im Gardeleger Krankenhaus gelegen, hat er ausgerechnet. Die Vielzahl der Untersuchungen zeigt, wie wichtig die moderne Technik ist. Doch auch das modernste Hochleistungsgerät kommt irgendwann in die Jahre, selbst wenn es noch gut funktioniert.

"Vor der richtigen Therapie steht die richtige Diagnose."

Dr. Michael Bäse, Chefarzt Radiologie

"Das ist so, als wenn Sie einen 15 Jahre alten Passat fahren, der noch gut in Schuss ist, den aber dann gegen einen neuen Mercedes der E-Klasse eintauschen können", sagt Bäse schmunzelnd. Die Freude ist dem Chefradiologen deutlich anzumerken. Ein solcher "MRT-Luxusschlitten" mit der Bezeichnung Magnetom Aera, steht nämlich seit wenigen Tagen in seiner Abteilung.

Noch werkeln die Techniker in den Räumen, die ebenfalls alle neu renoviert sind. Spätestens am Montag werden aber die ersten Probeläufe mit dem supermodernen Diagnosegerät beginnen. Vieles muss eingestellt und eingerichtet werden. "Das ist schließlich kein Kühlschrank, den man nur auf und zu macht", sagt Bäse augenzwinkernd. Selbst die hochspeziell ausgebildeteten Radiologen müssen sich daran erst einarbeiten. "Etwa in ein bis zwei Wochen können wir dann aber mit dem Routinebetrieb weitermachen", schätzt er ein.

Fünf Wochen hat der Austausch des MRT bisher gedauert. In der Zeit ohne ihn wurden die Patienten in Salzwedel untersucht, erläutert Bäse. "Das ist eben ein großer Vorteil, wenn man zwei Häuser hat."

Rechtzeitig informiert über den Austausch hatte Bäse natürlich auch die niedergelassenen Ärzte in der Region, die wiederum hatten ihre Patienten darüber in Kenntnis gesetzt. So sind nicht allzuviele Termine aufgelaufen. Derzeit liegt die Wartezeit auf einen MRT-Termin für Patienten außerhalb des Klinikums bei etwa vier Wochen.

Von nun an erwartet die Patienten in der "Röhre" allerdings wesentlich mehr Komfort als zuvor. "Magnetresonanztomographen sind in der Regel eng und laut, man muss in einer langen Röhre still liegen und die Untersuchung dauert - zumindest gefühlt - sehr lange", beschreibt Bäse. Doch all diese Nachteile seien mit dem neuen Gerät wesentlich weniger ausgeprägt. Der neue MRT hat nämlich eine rund 10 Zentimeter weitere Öffnung und nur noch eine 1,35 Meter kurze Röhre. Patienten können zudem wahlweise sowohl mit dem Kopf, als auch mit den Füßen zuerst hineingefahren werden. Bei vielen Messungen ist durch eine bessere Abschirmung der Geräuschpegel geringer. Und auch die Untersuchungszeit hat sich verkürzt. Sie beträgt nun oft nur noch 10 bis 15 Minuten. "Bei unruhigen Patienten, wie Kleinkindern, ist auch eine aussagefähige Untersuchung in wenigen Minuten möglich", versichert Bäse.

Wichtig für die Ärzte sind aber vor allem die erweiterten medizinischen Möglichkeiten. Neben Untersuchungen von Kopf, Wirbelsäule und Gelenken ist es nun möglich, größere Untersuchungsbereiche, sogar den ganzen Körper, abzubilden. Bei Gefäßuntersuchungen oder der Suche nach Tumoren oder Metastasen helfe das enorm weiter, betont Bäse. "Zudem hat sich die Qualität der Aufnahmen erheblich verbessert." In allen Körperregionen sind hochauflösende dreidimensionale Messungen möglich. Verwackelungen und Störungen durch Metallimplantate werden ausgeglichen.

"Das Klinikum hat rund 1,6 Millionen Euro investiert."

Geschäftsführer Matthias Lauterbach

Für die Anschaffung des neuen MRT hat das Altmark-Klinikum übrigens rund eine Million Euro investiert, informiert Geschäftsführer Matthias Lauterbach. "Zusammen mit der Renovierung der MRT-Räume und der Neuanschaffung eines herkömmlichen Röntgengerätes in Salzwedel hat das Altmark-Klinikum damit rund 1,6 Millionen Euro für die Modernisierung von Diagnosetechnik ausgegeben."

Für die Patienten werden sich diese Investitionen lohnen, davon ist Michael Bäse überzeugt: "Vor der richtigen Therapie" steht schließlich immer die richtige Diagnose."