Wo sitzen weit mehr als 100 Senioren, und es ist ein Song von Lady Gaga zu hören? Beim Kaffeeklatsch gestern gab es mit den Auftritten des OK-Live-Ensembles moderne Tänze und Akrobatik.

Gardelegen l Es war Zeit für den Rückblick. 100 Mal Kaffeeklatsch am gestrigen Donnerstag im fast vollen Schützenhaus bedeutete auch 100 Mal Hans-Joachim Stiegler auf und vor der Bühne. Und wie er es gestern sagte: "Die drei F: Frohsinn, Freude und Feiern." Stiegler dankte besonders dem Publikum und fügte hinzu: "100. Kaffeeklatsch - mein Gott, haben wir uns gut gehalten." Stiegler hatte die Nachmittagsveranstaltung im April 1999 das erste Mal moderiert, die Geschichte der Nachmittagsveranstaltungen in der Stadt ist jedoch schon viel älter. Es war gestern die 273. dieser Art. Die erste gab es im April 1984, Bürgermeister Konrad Fuchs hatte dazu einen alten Volksstimme-Zeitungsartikel mitgebracht.

Optisch passten Stiegler und Fuchs gestern bestens zueinander. Der Bürgermeister war extra noch einmal nach Hause geradelt, als er sah, dass er eine ähnliche Krawatte im Schrank hat wie der Moderator. Da er jedoch seine Notizen dabei vergaß, ging es erneut schnell mit dem Rad nach Hause, ehe er dann am Tisch bei Stiegler saß.

Ganz klar sprach sich der Bürgermeister auch für die Zukunft des Kaffeeklatsches aus: "Es wird keiner wagen, diese Veranstaltung abzusetzen." Die Gäste stünden fest hinter dem Kaffeeklatsch, "entscheidend ist Ihre Resonanz, die uns hilft, das Defizit möglichst gering zu halten", so der Bürgermeister.

Von Waltraud und Wilfried Brickenkamp gab es zwei Entstehungsurkunden des Kaffeeklatsches, eine für Stiegler und eine für Jochen Steinecke. In der Urkunde heißt es, dass der Treff des Rentnerchores im ehemaligen Café am Aschberg, dem damaligen Domizil der Volkssolidarität, die Geburtsstunde der Treffen war. Es gab Auftritte bei Weihnachtsfeiern und Geburtstagsfeiern. Zur Vorbereitung gab es viele Aktive, unter anderem Otto Bauer, Hilde Lindner, Hanni Linke, Ilse Buchmüller, Erni Fiedler und Hilde Ziegert. Lindner sei es gewesen, die den Namen Kaffeeklatsch geprägt habe.

Dass zum Kaffeeklatsch nicht nur ein gut aufgelegter Moderator dazugehört, sondern auch ein anspruchsvolles Bühnenprogramm, war auch gestern wieder zu sehen. Die Tänzerinnen und Turnerinnen des OK-Live-Ensembles zeigten sehenswerte Darbietungen und beeindruckende Akrobatik. Musikalisch war der Nachmittag breit gefächert: von Klassik, über Technoklänge bis hin zu "Pokerface" von Lady Gaga. Und wie sagte Stiegler zum Schluss: "Auf die nächsten 100!"

   

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