Es ist vollbracht. Der Verkehr kann wieder ungehindert rollen auf der Wernstedter Ortsdurchfahrt. Gestern erfolgte dort nach fünfmonatiger Bauzeit der symbolische Scherenschnitt.

Wernstedt l Es schimmerte feucht in den Augen von Ortsbürgermeisterin Anni Schulz. Denn die Sanierung der Wernstedt Ortsdurchfahrt war das letzte große Ziel, das sie sich für ihre Amtzeit gesetzt hatte. Deshalb sagte die Frau, die seit 47 Jahren, und damit länger als jeder andere, an der Spitze ihres Heimatdorfes steht, gestern, nur halb im Scherz: "Eigentlich könnte ich jetzt aufhören."

Unmittelbar danach zerschnitt Anni Schulz gemeinsam mit Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth und mit Manfred Krüger, dem Leiter der zuständigen Stendaler Niederlassung des Landesbaubetriebes, das rot-weiße Absperrband. Und das bedeutete, dass der Verkehr nach mehr als fünf Monaten Bauzeit nun endlich wieder über die sanierte Ortsdurchfahrt rollen durfte. Denn Bauarbeiter nahmen unmittelbar nach dem Scherenschnitt die Absperrungen von der Straße. Manfred Krüger erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass ja schon unmittelbar nach der Jahrtausendwende damit begonnen worden sei, die Baumaßnahme zu planen. Dass sie sich dann doch immer wieder verzögerte, führte 2013 zu einer Petition der Wernstedter Bürger und schließlich zum Erfolg. Die Ortsdurchfahrt, über die auch der Verkehr zwischen den beiden altmärkischen Kreisstädten rollt und die offiziell den Namen Wernstedter Bahnhofstraße trägt, ist auf einer Länge von rund 570 Metern grundhaft ausgebaut worden. Kein lautes Rumpeln erschüttert mehr die Häuser, wenn schwere Laster darüber hinweg fahren. Auch die Nebenanlagen wie Regenentwässerung, Gehwege und Bushaltebucht sind hergerichtet worden. Und die dabei entstandenen Kosten werden mithilfe der Wernstedter Rücklage abgedeckt. Denn in dem Ort sei immer auf diese Großbaumaßnahme hingearbeitet und dafür gespart worden, wie Karsten Ruth betonte.

An Anni Schulz gewandt, erklärte er: "Dies ist eine tolle Geschichte, die immer mit ihrer eigenen Geschichte verbunden sein wird." Und wenn nun noch die Landesstraße nach Kalbe gebaut würde (nebenstehende Meldung), dann wäre wirklich so gut wie alles geschafft.