Etwa 80 Big Bags hat die Einheitsgemeinde gekauft. In acht Dörfern können die Bürger sie nun mit Laub von kommunalen Bäumen füllen, die vor ihren Häusern stehen. Den Abtransport übernimmt die Stadt kostenlos. Bislang wird dieses Entsorgungsmodell aber nur getestet.

Kalbe/Kakerbeck l "Einen ganzen Tag lang" hat Kalbes Ortsbürgermeister Ulf Kamith, der gleichzeitig auch bei der Stadt im Grünbereich tätig ist, am vergangenen Montag damit zugebracht, im Dorf sogenannte Big Bags (große Taschen) voller Laub aufzuladen und auf den Kompostberg in Kakerbeck zu fahren.

In der Vergangenheit hatte es oft Beschwerden darüber gegeben, dass die Stadt die Entsorgung des Laubes auf die Bürger abwälzt. Besonders dort, wo im Herbst viel kommunales Grün welk wird. Nun sollen die Bürger das Straßenlaub einfach in Big Bags füllen können, und die Stadt kümmert sich um den Abtransport.

"Wir wollen sehen, ob sich das Modell rentiert."

Bürgermeister Karsten Ruth

18 dieser großen, weißen Säcke stehen seit der vergangenen Woche in Kakerbeck, weitere fünf in Brüchau, informierte Kamith während der jüngsten Kakerbecker Ratssitzung am Dienstagabend: "Wir haben sie erstmal pauschal verteilt, wer Bedarf hat, muss sich einfach melden." Auch der Turnus der Abholung sei noch nicht ganz klar. Voraussichtlich werden die Säcke in Kakerbeck immer montags abgeholt und dann auch erst am Freitag wieder aufgestellt, damit die Bürger sie am Wochenende nutzen können. Das Ganze müsse sich schließlich erstmal einspielen.

"Und wir wollen sehen, ob sich das Modell rentiert", erklärte Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage. Das hänge eben auch in großem Maße davon ab, wie verantwortungsbewusst die Bürger mit dem neuen Angebot umgehen. Denn lediglich das Laub kommunaler Bäume, das die Bürger laut Straßenreinigungssatzung vor ihren Häusern und in der Gosse zusammenharken müssen, darf in diese Säcke gekippt werden. "Wir sind schließlich nicht dafür verantwortlich, privates Laub, Grünschnitt oder gar andere private Abfälle zu entsorgen", sagte Ruth.

"In manchen war mehr Grünschnitt als Laub."

Stadtmitarbeiter Ulf Kamith

Genau das hatte Kamith am vergangenen Montag allerdings feststellen müssen: "In manchen Säcken war mehr Grünschnitt als Laub", mahnte er. Das sei nicht erlaubt. Zudem sollten die Big Bags nicht bis zum Rand, sondern höchstens zu dreiviertel des Volumens (rund 1000 Liter) gefüllt werden. "Sonst sind sie zu schwer, wenn man sie aufladen muss."

Vorsichtshalber hat Kamith diese Anweisung mit Sprühfarbe auf allen Säcke vermerkt. Eigentlich kann also nichts schiefgehen.

Allerdings behalten die Grünarbeiter die Sache im Auge, versichert auch Kamiths Kollege Uwe Mastmeier, der Grünkoordinator Uwe Wolff in dessen Abwesenheit vertritt. Denn auch in anderen Ortschaften wird das Big Bag-Modell seit der vergangenen Woche getestet. Aufgestellt wurden sie auch in Mösenthin, Jeggeleben, Güssefeld, Bühne und Sallenthin. Und zwar ebenfalls überall dort, wo viele kommunale Bäume stehen.

"Wenn das nicht klappt, sind sie wieder weg."

Stadtmitarbeiter Uwe Mastmeier

Auch hier wird immer wieder geprüft, ob tatsächlich nur Laub darin ist und keine anderen Abfälle. "Wenn das nicht klappt, sind sie wieder weg", sagt Mastmeier. Das sei so mit der Stadt abgesprochen. Denn die Kosten trägt allein die Kommune. Eine Umlage, zum Beispiel auf die Entsorgungsgebühren, müssen die Grundstücksbesitzer nicht fürchten.

Wenn das Modell gut läuft, könnte es indes auf andere Orte ausgeweitet werden.