Bergfriede (muß/il) l Nach dem Zusammenstoß zweier Güterschiffe auf dem Mittellandkanal hat die Wasserschutzpolizei ein Strafverfahren gegen den Kapitän der "Andromeda" eingeleitet. Das Güterschiff war auf die quer im Mittellandkanal treibende "Rothensee" gefahren. Laut Wasserschutzpolizei gebe es Anhaltspunkte, dass der Schiffsführer der Andromeda nicht alles unternommen habe, um sein Schiff rechtzeitig zum Stehen zu bringen.

Als eine Ursache für den Unfall gilt ein Defekt der Rothensee, ihr Anlegemanöver vergangene Woche Dienstag schlug fehl, sie trieb quer zur Fahrtrinne zurück auf den Mittellandkanal. Was es aber im Detail war, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben.

Derweil laufen die Arbeiten zur Bergung der gesunkenen Rothensee. Seit Dienstag 8 Uhr sind Experten des holländischen Spezialunternehmens "Wagenborg" vor Ort. Mit einem Schlauchboot umkreisen sie das Wrack und bringen Seile, Markierungen und Abgrenzungen an. Später werden Stahlseile unter dem Schiff hindurchgezogen. Bereits in der vergangenen Nacht brachte ein Schubschiff der Firma einen Bergungsponton an die Unglücksstelle. Dieser ist mit dicken Stahlseilen, großen Ankern und weiterer Ausrüstung beladen.

Spezialpumpen stehen bereit. Gegen Nachmittag wird der Schwimmkran erwartet. Dieser kommt über die Elbe bei Magdeburg zum Mittellandkanal, so ein Mitarbeiter des Bergungsteams. Das Schiff liegt etwa vier Meter unter Wasser. Um es zu bergen, muss das Wrack angehoben und abgedichtet werden, so dass es ausgepumpt werden kann. Wenn das Wasser dann raus ist, sieht man, ob das Schiff schwimmfähig ist. Wenn nicht, muss das Wrack an Ort und Stelle zerlegt und abtransportiert werden.

   

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