Auch der Verein Künstlerstadt soll künftig aus dem Budget der Ortschaft Kalbe gefördert werden. Darauf hat sich dessen Rat verständigt. Ein für Studenten des Sommercampus´ kostenloser Eintritt für kommunale Einrichtungen ist aber nicht durchsetzbar.

Kalbe l Der Vorschlag wurde während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates in Kalbe diskutiert: Es ging um die Begleitung der Künstlerstadtprojektes durch die Stadt. Konkret stand die Frage im Raum, ob den Studenten des Sommercampus´ im kommenden Jahr Gutscheine zur Verfügung gestellt werden könnten, mit denen sie städtische Einrichtungen wie das Wachhaus, die Bibliothek oder das Freibad kostenfrei nutzen könnten. Einen entsprechenden Antrag hatte die Vorsitzende des Künstlerstadt-Vereins, Corinna Köbele, im Vorfeld eingereicht.

Verteilung kommunaler Finanzen als "Drahtseilakt"

Nun sei die Unterstützung des erfolgreichen Vereines ja durchaus "keine schlechte Idee", bestätigte Bürgermeister Karsten Ruth auf Nachfrage. "Wie allerdings will man begründen, dass Kunststudenten kostenlos baden können und andere nicht?" Schließlich, so Ruth weiter, gebe es viele engagierte Vereinsmitglieder und Privatbürger in Kalbe und Umgebung. "Wo will man da klare Grenzen ziehen?", fragte der Bürgermeister

Ohnehin sei die Verteilung der Finanzen "ein Drahtseilakt", wenn kein anderer Verein verprellt werden solle, so Ruth weiter.

Sowohl die Mitglieder des Ortschaftsrates als auch die Stadträte würden sich aber einhellig darüber freuen, welche Erfolge der im Jahr 2013 gegründete Verein Künstlerstadt mittlerweile aufzuweisen habe. Und auch die Außenwirkung sei enorm, lobte der Bürgermeister. Corinna Köbele und ihr Helferteam hätten es geschafft, dass das Projekt auch auf Landesebene und sogar schon auf Bundesebene wahrgenommen - und somit auch von der Stadt Kalbe Notiz genommen werde. Dennoch sei "die Gleichbehandlung der Vereine ein Grundsatz, der uns immer binden wird", betonte Ruth.

Aus diesem Grund soll es für die Künstlerstadt eine Förderung geben, die denen der anderen Vereine entspricht, wenn denn ein entsprechender Antrag an den Ortschaftsrat gestellt wird. Dessen Mitglieder hätten sich laut Bürgermeister dazu verständigt, dass "der Verein Künstlerstadt eine Summe X bekommt - im kommenden Jahr 500 Euro -, die dann für Freikarten der Studenten verwendet werden, aber auch anders eingesetzt werden könnte." Dies, so Ruth, müsse der Verein dann allein entscheiden.

Nebenkosten stellen Herausforderung dar

Eine große, finanzielle Herausforderung sind für diesen die Nebenkosten, die während des Aufenthaltes von Kunststudenten anfallen. Denn diese erhalten bislang freie Logie in Wohnungen, die dem Künstlerstadt-Verein von der örtlichen Wohnungsgesellschaft mietfrei zur Nutzung bereitgestellt werden. Auch die Atelierräume stehen den Kunststudenten stets kostenfrei zur Verfügung. Ob dies auch künftig so bleiben kann oder ob ein symbolischer Betriebskosten-Obolus erhoben wird, ist noch nicht abschließend geklärt.