Dirk Kuke und Rüdiger Wolf von der Stadtratsfraktion Freie Liste äußerten Kritik an Aussagen von Ingo Kaufhold. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes hatte Stadträte als Hobbypolitiker betitelt.

Gardelegen l Es sei verwunderlich, wie Mandatsträger über Mandatsträger denken und miteinander umgehen, sagte Stadtratsmitglied Dirk Kuke (Freie-Liste-Fraktion) mit Blick auf die Äußerungen des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Gardelegen, Ingo Kaufhold (wir berichteten). Kaufhold hatte bei der Verbandsversammlung die Gardeleger Ratsmitglieder unter anderem als Hobbypolitiker betitelt und die Frage in den Raum gestellt, "ob denn die Stadtväter, die Damen und Herren Abgeordneten, so wenig für die Sicherheit ihrer Bürger übrig hätten?" Bei Kindergärten, Schulen und Abwassersatzungen legten sie sich doch auch ins Zeug. Er kritisierte damit, dass in Mieste der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses noch immer nicht umgesetzt worden sei.

Kuke sagte, er sei überrascht, dass Kaufhold aus Verärgerung zu einem Rundumschlag ausholt. Er ziehe den Hut vor den Leistungen der Kameraden der Feuerwehr, das dürfe aber im Miteinander nicht dahin führen, die Stadträte, die sich sehr wohl für die Belange der Stadt einsetzen, "sofort in der Öffentlichkeit zu diskreditieren, wenn es mal nicht so klappt, wie man sich das vorstellt".

Die Kritik von Ingo Kaufhold an den Ratsmitgliedern laufe fehl, sagte auch Rüdiger Wolf (Freie-Liste-Fraktion). Sie zeuge vor allem von Unkenntnis der Sache und "trägt nicht dazu bei, alle Stadträte gemeinsam vor den Karren zu spannen, um das Problem zu lösen". Die Investitionen im Brandschutz würden schwerpunktmäßig abgearbeitet, dazu gehöre auch der Neubau eines Gerätehauses in Mieste. Er als Feuerwehrmitglied würde sich auch einen kurzfristigen Neubau wünschen.

Aber: "Er muss sich in die Brandschutzplanung einreihen und kann nicht zu Lasten anderer Schwerpunkte gehen." Wolf betonte in diesem Zusammenhang, dass Mittel für die Feuerwehren (etwas mehr als eine Million Euro pro Jahr) in viele Ortswehren des Stadtgebietes geflossen seien, etwa für die Löschwasserversorgung in vielen Ortschaften, für neue Einsatzbekleidung und auch für den Kauf von zwei neuen Fahrzeugen für Potzehne und Miesterhorst - "für 560 000 Euro ohne Fördermittel", so Wolf. Er erinnerte außerdem an die finanzielle Lage der Gemeinde Mieste vor der Gebietreform, die durch Schulden, Mietaußenstände in Größenordnungen und fehlende Rücklagen so gewesen sei, "dass Mieste niemals ein neues Gerätehaus hätte bauen können". Er bat seine Ratskollegen, "sich nicht von irgendwelchen unsachlichen Kritiken beeinflussen zu lassen", sondern mitzuwirken, so dass "wir das Problem Gerätehaus Mieste 2016 abhaken können".