Knapp 240000 Euro würde es laut Planer kosten, die Brandschutzauflagen für die obere Kulturhaus-Etage zu erfüllen. Der Stadtrat war sich deshalb am Donnerstagabend einig, dass dieses Geschoss weiter gesperrt bleibt.

Kalbe l "Wir haben dafür kein Geld, Punkt!" Mit diesen Worten machte Ratsfrau Ortrun Cyris am Donnerstagabend klar, was die Mehrheit des Kalbenser Stadtrates dachte. Unmittelbar zuvor hatte Bürgermeister Karsten Ruth ein Papier verteilt, aus dem hervorging, was es kosten würde, die Brandschutzauflagen in der oberen Kulturhaus-Etage zu erfüllen. Besagtes Geschoss ist seit einigen Monaten gesperrt, weil es dort zum Beispiel keinen zweiten Fluchtweg gibt (Volksstimme berichtete).

Die Stadt hatte, nachdem sie Anfang des Jahres den Forderungskatalog der kreislichen Brandschützer erhalten hatte, einen externen Planer beauftragt, die Kosten für die Ertüchtigung des Obergeschosses, in dem sich auch der Kleine Saal und das Kabinett befinden, zu ermitteln. Demnach würden die notwendigen Maßnahmen knapp 240000 Euro kosten. Dem stehen laut Bürgermeister Ruth jährliche Mieteinnahmen von 500 Euro gegenüber.

Hinzu komme, so Ratsmitglied Jens Wede, dass in der Auflistung des Planers keine Investition in die Lüftungsanlage auftauche. Die sei aber unbedingt nötig und würde zusätzlich mehrere zehntausend Euro kosten, so Wede. Als Handwerker kennt er die Gegebenheiten vor Ort genauer.

"Wenn wir da so viel Geld reinpumpen würden, würden es die Leute in den Dörfern nicht verstehen", gab Ratsmitglied Werner Mertens zu bedenken. Und auch Helmut Bender, der die Stadtratssitzung in Vertretung des Vorsitzenden Gerhard Gansewig leitete, sagte vor dem Hintergrund der bevorstehenden Kürzung der Kommunalfinanzen und daraus resultierender Einschnitte: "Eine solche Investition können wir unseren Leuten nicht zumuten." Das Gros des Rates sah dies ähnlich und votierte dagegen, als der Bürgermeister der Ordnung halber fragte, ob die Erfüllung der Brandschutzauflagen 2015 in den Haushalt aufgenommen werden soll.

Weil aber der Kleine Saal als Lokalität durchaus fehlt, schlug Stadträtin Melissa Schmidt vor, in naher Zukunft über eine andere Investition nachzudenken: Eine Trennwand für den Mehrzwecksaal. Der ließe sich damit bei Bedarf deutlich verkleinern.