Die städtischen Bauplätze in der Kernstadt und in den Ortsteilen werden rar. Die Stadt hat noch elf freie Flächen. Im nächsten Jahr werden allerdings mit dem Gebiet am Kämmereiforst etwa 30 Bauplätze dazukommen. Drei neue Plätze könnte ein privates Angebot zwischen Ipser Weg und Bürgerbusch bringen.

Gardelegen l Maximal drei Eigenheime könnten dort noch entstehen zwischen der Bebauung am Ipser Weg und des Bürgerbusches. Das Plangebiet ist knapp 2750 Quadratmeter groß und befindet sich im Privatbesitz. Genutzt wird das Land bis dato nicht. Das aber möchten die Grundstückseigentümer gern ändern und die Fläche als Bauland anbieten. Erforderlich dazu ist das Erstellen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen hat bereits stattgefunden. Träger öffentlicher Belange haben ihre Hinweise dazu gegeben. Mit dem Stadtratsbeschluss zum Bebauungsplan könnte nun Rechtskraft hergestellt und gebaut werden.

Mit dieser Thematik befasst sich am Montagabend der städtische Bauausschuss.

Eine Ablehnung dürfte eher unwahrscheinlich sein, denn viele freie Bauflächen in der Kernstadt und in den Ortsteilen gibt es schon längst nicht mehr.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung der Region liege die Arbeitslosenquote weit unter dem Landesdurchschnitt. Die Ertragslage der privaten Ein-und Mehrfamilienhaushalte habe zu weiteren Nachfragen hinsichtlich von Wohneigentum geführt, schreibt das für den Ipser Weg zuständige Planungsbüro in seiner Erläuterung. Im ländlichen Bereich werde dies vorrangig über Eigenheime realisiert.

Mit Stand 2013 gab es 57 freie Bauflächen, in Gardelegen 15 und in den Ortsteilen 42. Von den 15 Grundstücken in Gardelegen befindet sich allerdings nur eins (zweigeschossiges Bauen vorgeschrieben) im Besitz der Stadt, die anderen sind privat. Ähnlich sieht das Eigentumsverhältnis bei den Bauflächen in den Ortsteilen aus. Zehn gehören der Stadt, 32 befinden sich in Privateigentum. Die Stadt habe zwar bereits versucht, private Flächen zu kaufen. Allerdings sei dies bisher an zu hohen Kaufpreisforderungen gescheitert. Somit würde die Stadt eigentlich nur über elf Bauplätze Verfügung: eins in der Kernstadt, eins in Mieste und neun in Wiepke.

Die Nachfrage jedoch zeige, dass Häuslebauer vor allem Grundstücke in Gardelegen, Mieste, Jävenitz und Letzlingen suchen würden.

In Reaktion auf den Bauplatzbedarf hat die Stadt in diesem Jahr zwei neue Eigenheimgebiete ausgewiesen: das Eigenheimgebiet am Kämmereiforst und das Eigenheimgebiet im Alten Dorf in Jävenitz. Im Kämmereiforst können bis zu 30 Häuslebauer ihren Traum von den eigenen vier Wänden realisieren. Interessenten gebe es bereits. Die ersten Verträge sollen zum Ende des Jahres geschlossen werden. Im Haushalt der Stadt sind Einnahmen von 400000 Euro für den Verkauf von Bauplätzen am Kämmereiforst eingestellt. Ebenso ist Geld für die Planung und Erschließung eingeplant (350000 Euro). Für das Gebiet im Alten Dorf sind 100000 Euro eingestellt. Wann genau die Erschließungsarbeiten beginnen, ist allerdings noch offen.