Die Zehntklässler des Gymnasiums haben sich mit dem Massaker an der Feldscheune Isenschnibbe beschäftigt. Gestern besuchten sie im Rahmen des Projekttages die Gedenkstätte.

Gardelegen l Es war still an der Feldscheune Isenschnibbe. Die Vögel zwitscherten. Hundert Schüler standen bedächtig an dem Gräberfeld. Hanna Hinke ging nach vorne und zündete während der Gedenkminute eine Kerze an.

Die Zehntklässler des Gymnasiums hatten sich zuvor mit den grausamen Ereignissen an dem Ort auseinandergesetzt. Sie hielten Referate zum Todesmarsch, dem Massenmord in der Feldscheune und dem Umgang der verschiedenen politischen Systeme mit dem Gedenken. "Vor fast 46 Jahren stand ich da, wo ihr jetzt steht und wurde mit anderen Achtklässlern aus dem Kreis Klötze in die FDJ aufgenommen", erzählte ihnen Geschichtslehrer Manfred Loos.

Vor den Mauerresten der Feldscheune berichteten die Schüler von den Qualen der Gefangenen, wie die SS- und Wehrmachtsmänner das Feuer eröffneten, das Stroh in der Scheune anzündeten und die Gefangenen bei lebendigem Leib verbrannten.

"Es ist gut, dass sich die Jugendlichen mit den Ereignissen beschäftigt haben", sagte Torsten Haarseim vom Förderverein der Mahn- und Gedenkstätte. Er hatte ihnen am Vormittag von dem Schicksal des 17-jährigen Frans Jonghbloet berichtet. Der junge Belgier war eines der 1016 Opfer.

Die Aktion der Zehntklässler war Teil des gestrigen Projekttages am Gardeleger Geschwister-Scholl-Gymnasium. Seit 2007 ist die Schule als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet.

Die Projekte sollen zum besseren Verständnis der Jugendlichen für ihre Mitmenschen beitragen. So besuchten Achtklässler das Asylbewerberheim und hörten sich die Sorgen und Nöte der Flüchtlinge an, sagte Schulleiter Dietmar Collatz. Die Sechstklässler beschäftigten sich mit dem Thema Mobbing. Die elften Klassen hatten die Patenschaften für die neuen Fünftklässler übernommen und für diese einen sportlichen Tag mit Fußball, Volleyball und Anti-Aggressionstraining organisiert. Andere Schüler besuchten das Altersheim, erfuhren mehr über die Schicksale der Geschwister Scholl oder Oscar Schindler und schauten sich in Stendal den Kinofilm "Monsieur Claude und seine Töchter" an, der sich mit der Fremdenfeindlichkeit in Frankreich auseinandersetzt.

   

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