So viel Spaß bei einer Oper, wie die Grundschüler in Jävenitz gestern hatten, gibt es wohl nur, wenn die Kinderoper Papageno aus Wien durch die Lande tourt. Denn wenn die Künstler der Kinderoper auftreten, ist immer auch der eigene Einsatz gefordert.

Jävenitz l Für die Viertklässler der Jävenitzer Grundschüler war es gestern so ein bisschen wie eine Abschlussvorstellung. Immerhin werden die Mädchen und Jungen eine Vorstellung der Kinderoper Papageno wahrscheinlich zum letzten Mal erlebt haben. Denn die Künstler aus Österreich treten meist in Grundschulen auf.

Dafür durften die Großen der Jävenitzer Schule aber auch ein paar der Rollen besetzen, die es in der Oper "Die Zauberflöte" von Mozart reichlich gibt. Von der Königin der Nacht, ihrer Tochter Pamina und den Hofdamen, über die Prinz Tamino und Fürst Sarastro bis zur Schlange gab es etliche Charaktere darzustellen. Bevor all ihre Schulkameraden ihnen beim Spielen und Singen der Oper zuschauen und zuhören durften, wurden sie von Sopranistin Angela Mitterhofer und Bariton Gregor Braun in ihre Rollen eingeführt. Dabei durften sie so schon beim Proben richtig laut werden, mussten sich zischend und schlängelnd anschleichen oder gar den perfekten, formvollendeten Hofknicks üben.

Als endlich alle ihre Schulkameraden in die Sporthalle stürmten, saßen dort schon Tom Schröder, Matti und Jannes Arndt, Theresa Claus, Janna Helmstedt, Elisa Hartmann, Klara Schneider, Lena Przybyl und Maria Nielsen völlig entspannt und anscheinend frei von Lampenfieber und harrten auf ihre Einsätze.

Doch bevor es soweit war, brachten Gregor Braun und Angela Mitterhofer ihre vielen Zuschauer spielerisch zum Lachen und zeigten, wie spannend klassische Musik sein kann. Denn das ein Österreicher namens Köchel sämtliche - mehr als 600 - Werke von Mozart zusammengefasst und nummeriert hatte und so das Köchelverzeichnis entstanden war, erklärten sie einfach mit einem Melodien-Ratespiel.

Und dass der sechsjährige Wolfgang Amadeus Mozart einst einer sehr berühmten Frau mit verbundenen Augen auf dem Klavier vorgespielt hatte, erzählten sie auch. Wer die adlige Dame denn wohl gewesen sein könne, war die Frage. Nein, keine Prinzessin oder Königin, sondern die Kaiserin von Österreich war es.

Außer Geografie und Geschichte gab es dann auch noch Mathematik in diesem ganz besonderen Musikunterricht. Denn das Geburtsjahr von Mozart, der in diesem Jahr seinen 258. Geburtstag feiern würde, sollten die Kinder selbst ausrechnen.

Als Janika Hein schließlich als Dirigentin zum Taktstock griff, konnte die Vorstellung beginnen, die Musik starten und eine der berühmtesten klassischen Opern bei den Kindern und ihren Lehrerinnen für Begeisterungsstürme sorgen.

   

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