Gardelegen l Parken, Grünflächenpflege, mangelnde Straßenbeleuchtung, übervolle Papierkörbe an Bushaltestellen - in der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses gab es zahlreiche Hinweise und Kritiken über diverse Probleme, die sich negativ auf den Alltag in der Stadt und in den Ortsteilen auswirken würden. Und für Christina Schneider vom Bauamt gab es damit jede Menge "zum Mitnehmen ins Amt", um zu prüfen und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen.

Den Auftakt der Runde machte Stadtrat Sieghard Dutz (Linke): Kritik am Parken an der Seite des Sportplatzes an der Schillerstraße. Das würde zum Verkehrschaos führen. Der Rosenweg sollte als Einbahnstraße ausgewiesen werden, da sich zwei Fahrzeuge aufgrund der Enge nicht gefahrlos begegnen könnten.

Stadträtin Regina Lessing (Gemischte Fraktion) hat ein ähnliches Problem mit der Parksituation in der Salchauer Straße in Letzlingen. Dort würde rechts und links geparkt. Der ordentliche Verkehr hätte keine Chance, durchzukommen. Kritisch sei die Situation für Einsatzfahrzeuge wie Krankenwagen und Feuerwehr. Stadtrat Ulrich Scheffler (SPD)kritisierte seinerseits die Parksituation im unteren Bereich des Holzmarktes in Gardelegen, der ebenfalls fast komplett zugeparkt sei. Ausschussvorsitzender Gustav Wienecke konnte alle drei Parkprobleme bestätigen. "Das habe ich selbst erlebt. Das muss geprüft werden", forderte Wienecke mit Blick in Richtung Christina Schneider.

"Frau Schneider nimmt das mit und prüft das." -
Stadtrat Gustav Wienecke

Rudi Wolski, als berufener Bürger für die CDU-Fraktion im Bauausschuss, kritisierte erneut die fehlende Straßenbeleuchtung an der Ortsdurchfahrt der B188 in Jävenitz. Mittlerweile sei wenigstens die Bushaltestelle wieder beleuchtet. Der Rest der Hauptstraße befinde sich weiter fast im Dunkeln. "Normal ist es doch so, dass jede zweite Lampe nach 22 Uhr ausgeht beziehungsweise gedimmt wird. Frau Schneider nimmt das mit und prüft das", antwortete Wienecke.

Stadtrat Dirk Kuke (Freie Liste) hat seinerseits in seinem Wohnort Weteritz ein Problem ausgemacht. An der scharfen Kurve in Richtung Weteritz fehle ein Spiegel. "Das ist echt gefährlich", so Kuke. Auch das nahm Schneider mit ins Bauamt zur Prüfung.

Linke-Stadtrat Andreas Höppner kritisierte die Grünflächenpflege in Kloster Neuendorf. Die scheine nicht zu funktionieren. "Die Wege zum Park sind zugewachsen. Wir haben auch erst einmal die Fläche am Kriegerdenkmal in Ordnung gebracht und Laub weggefahren", sagte Höppner. Für das nächste Jahr müsse eine Lösung gefunden werden.

In Wannefeld, so Wienecke, gebe es in dieser Frage überhaupt keine Probleme. "Wenn ich Hilfe brauche, dann rufe ich in der Verwaltung an, und die Leute kommen sofort", sagte Wienecke. Das könne aber auch nicht der Weg sein, meinte Höppner. Ein Ortsbürgermeister könne nicht immerzu irgendwo anrufen, schon gar nicht, wenn er berufstätig sei. Das müsse besser organisiert werden.

"Ist da auch der Ortsbürgermeister zuständig?" -
Stadtrat Andreas Höppner

"Und wer ist denn für die Papierkörbe an Bushaltestellen zuständig. Die sind immer voll. Ist da auch der Ortsbürgermeister zuständig", fragte Höppner - leicht sarkastisch.

Da gebe es viel Missbrauch, reagierte Kämmerer Maik Machalz. Die Leute würden ihren Hausmüll in den Papierkörben entsorgen. Das Problem gebe es auch in vielen anderen Orten.

"Zur Grünflächenpflege gibt es doch einen Antrag der CDU", brachte sich dann Siegfried Jordan, berufener Bürger für die CDU, ein. Demnach sollten in einigen Orten wieder Technikstützpunkte aufgebaut werden. "Ich halte nichts davon, wieder Klein Klein zu machen. Der zentrale Pool ist gut und hat sich bewährt", so Wienecke.

Dieser Antrag war auch ein Thema der jüngsten Ortsbürgermeisterberatung, informierte auf Anfrage Bürgermeister Konrad Fuchs gestern. Allerdings habe die Mehrheit sich gegen die von der CDU vorgeschlagenen Verfahrensweise ausgesprochen. "Es gibt da keine Probleme, wohl aber Problemchen", sagte Fuchs, vor allem in diesem Jahr mit dem intensiven "Wachswetter". Die zentrale Bewirtschaftung habe sich bewährt. Ein wesentliches Argument gegen die Dezentralisierung sei auch der Kauf von Spezialtechnik, die nicht mehr von jedem bedient werden könne. Die Fahrzeuge seien gewissermaßen personengebunden im Einsatz.