Kalbe l "Im Moment liegt die Förderung noch bei 90 Prozent." Nicht nur dies, so machte Bauamtsmitarbeiterin Kerstin Schulz während der jüngsten Bauausschuss-Sitzung deutlich, sei ein großer Anreiz für die Einleitung von Flurneuordnungsverfahren. Der Ausschuss legte am Dienstagabend einstimmig fest, diese für Kalbe (inklusive Bühne und Vahrholz), Kakerbeck (inklusive Brüchau und Jemmeritz) sowie Neuendorf am Damm (inklusive Karritz) zu beantragen.

"Die Kommune ist da außen vor." -
Bauamtsmitarbeiterin Kerstin Schulz

Zuständige Behörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten, kurz ALFF, das bereits in 9 der 16 Ortschaften der Einheitgemeinde derartige Verfahren begleitet hat beziehungsweise nach wie vor begleitet (Info-Kasten). Dort wurden und werden zerklüftete Eigentumsverhältnisse, wie sie beispielsweise durch die Bodenreform entstanden sind, bereinigt. Zudem wurde und wird mit Wege- und Brückenbaumaßnahmen eine bessere Erreichbarkeit von Flächen und somit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen gewährleistet.

"Das ist wirklich eine ganz feine Sache", berichtete Bauausschussmitglied und Landwirt Werner Mertens von seinen Erfahrungen in Vienau. Und Heiko Gabriel, der als Ortsbürgermeister von Kalbe an der Sitzung teilnahm, pflichtete ihm bei: "Das ist schon wegen des Fördersatzes eine attraktive Angelegenheit." Während es für Maßnahmen im Zuge der Flurneuordnung 90 Prozent Förderung gibt, sind lediglich zehn Prozent der Kosten von den Landeigentümern selbst aufzubringen. Die wiederum müssen sich in einer sogenannten Teilnehmergemeinschaft organisieren, die wiederum als Trägerin des Gesamtverfahrens fungiert. "Die Kommune ist da außen vor", wie Kerstin Schulz unterstrich.

Auf die Frage von Ausschussmitglied Doris Beneke, warum denn so ein Verfahren nicht für die gesamte Einheitsgemeinde beantragt werden könne, wurde erklärt, dass dies wohl die Möglichkeiten des Fördermittelgebers übersteigen würde. Man müsse sich nur vor Augen halten, so Altmerslebens Ortsbürgermeister Bernd Pawelski, der als Gast an der Sitzung teilnahm, dass allein in seiner Ortschaft bislang mehrere Millionen Euro investiert worden seien. Und das Verfahren sei noch nicht beendet.

Dass die Wahl im Ausschuss auf Kalbe, Kakerbeck und Neuendorf fiel, hat mehrere Gründe. Zum einen sind die Verfahren in Umlandortschaften bereits in vollem Gange, zum anderen finden sich dort teils besonders schwierige Eigentumsverhältnisse. So werde beispielsweise aus Neuendorf und Karritz schon seit Jahren großes Interesse bekundet, so Schulz. Ob ein Flurneuordnungsverfahren aber nach erfolgter Antragstellung eingeleitet werde, sei Sache des ALFF.