Die Treppe in der Front des Isenschnibber Schlosses wird derzeit saniert. Für den dritten Bauabschnitt ist ein Spezialistenteam aus dem Harz vor Ort, um das Schmuckstück von 1906 wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen.

Gardelegen l Wer derzeit den Haupteingang des Isenschnibber Schlosses benutzen will, müsste über eine Leiter klettern. Die schmucke Freitreppe ist verschwunden. Auf den ersten Blick ist sie komplett weg, den zweiten Blick lenken Steinmetz- und Steinbildhauermeister Daniel Schubert und sein Kollege, der Restaurator Holger Wehner, dann aber schon auf den Steinhaufen davor. Da liegt sie nämlich im Gras, die Treppe. Großflächig verteilt sind die vielen Stufen. Aber "nein", natürlich sei die Treppe "nicht abgerissen", protestieren die zwei, sondern "fachgerecht zurückgebaut".

Derzeit werden alle Treppenteile noch einmal genau vermessen

Und das denkmalgeschützte Gebäudeteil wird selbstverständlich auch nicht ersetzt, sondern Stück für Stück wieder zusammengesetzt. "Jedes Teil kommt genau an die Stelle, an der es vorher war", versichert Daniel Schubert, "das Ganze ist wie ein großes Puzzlespiel."

Den Plan für die Puzzelei, die bald losgehen soll, machen Wehner und Schubert an diesem Tag gerade gemeinsam. Dazu vermessen sie die Stücke jeweils noch mal genau. Mit den Maßen werden sie dann in eine große Zeichnung eingefügt, jedes Teil an seinem alten Platz. Damit Maße und Wiedereinbauort passen, wurde beim Treppenrückbau schon wichtige Vorarbeit geleistet. Alle Teile wurden mit Metallplättchen versehen, auf denen die vorherige Lage der Steine verzeichnet ist

Bevor mit dem Puzzeln endgültig begonnen werden kann, müssen etliche Stücke aber auch restauriert und teilweise ergänzt werden. Unter anderem geschieht das in den Werkstätten für Denkmalpflege in Quedlinburg. Auch die Geländerteile und Treppenwangen wurden dort aufgearbeitet.

Vierter Bauabschnitt soll im nächsten Jahr die Terrassenüberdachung werden

Und die sollen in der kommenden Woche bereits wieder angebaut werden, informiert Planer Fritz Genz. Er begleitet die Bauarbeiten, die durch umfangreiche Fördermittel am Schloss möglich wurden. Vieles ist schon passiert. Das Wichtigste sei dabei natürlich das Dach gewesen, bestätigt Genz. Die Hausschwammsanierung war der zweite Bauabschnitt, die Treppe ist nun der dritte. Rund 80000 Euro sind dafür eingeplant.

Konnten viele Arbeiten bisher an regionale Unternehmen vergeben werden, ist die Treppensanierung allerdings Sache von absoluten Experten. "Das hätten wir mit keiner Firma von hier machen können", bestätigt Genz. Das Projekt wird wie alle anderen zudem vom Amt für Denkmalschutz begleitet.

Wann die Treppe fertig ist - die Natursteinverblendung ist übrigens aus Muschelkalk, die Stufen sind aus Sandstein - darüber wollen weder Genz noch die beiden Experten Auskunft geben. "Wir müssen garantiert in die Winterpause gehen", glaubt Holger Wehner.

Genz plant derzeit allerdings schon den letzten Bauabschnitt, der noch von den Fördermitteln finanziert werden soll. Dieser betrifft die Sanierung der Terrassenüberdachung. Derzeit werden die denkmalrechtlichen Genehmigungen eingeholt.