Ab dem kommenden Jahr geht es in Gardelegen in Sachen Hospizdienst einen großen Schritt voran: Ehrenamtliche ambulante Helfer, Schwerkranke und ihre Angehörigen sollen in einem Büro mit festen Öffnungszeiten eine schnell erreichbare Anlaufstelle bekommen.

Gardelegen l Sie helfen still und leise, unentgeltlich und außerhalb von Konfession und Weltanschauung, nur wenige kennen sie überhaupt und doch ist ihre Arbeit so wichtig: Seit mittlerweile 14 Jahren arbeiten ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes Stendal auch in Gardelegen. Derzeit sind es acht Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Berufen, die ihre private Zeit anbieten, wenn Menschen in einer Extremsituation nicht weiter wissen. Sie begleiten Schwerkranke, die vielleicht nicht mehr geheilt werden können, in deren letzten Monaten, Wochen, Tagen und Stunden und unterstützen auch deren Angehörige. Sie hören zu, lesen vor, helfen vielleicht dabei, einen Brief zu schreiben oder etwas zu besorgen. Sie helfen damit Menschen, auch am Ende ihres Lebens möglichst lange zu Hause bleiben zu können.

Alle sind auf diese Aufgaben durch Seminare vorbereitet und werden laufend geschult, haben persönliche Erfahrungen gemacht und können so eine große Stütze sein in einer schweren Zeit.

"Unter dem Dach der Stiftung Adalbert-Diakonissen-Mutterhaus in Stendal ist die Gardeleger Gruppe als Teil der Stendaler Hospizarbeit Stück für Stück mitgewachsen", erinnert Hospizgeschäftsführer Ulrich Paulsen. "In Zusammenarbeit mit den Koordinationskräften des Stendaler Hospizdienstes steht die Gruppe für Qualität und Supervision, so dass kein Begleiter mit seinen Fragen und Gefühlen allein bleibt", garantiert er.

Ab dem kommenden Jahr soll, so Paulsen, "die Gruppe nun aber noch professioneller aufgestellt werden". Eine Fachkraft soll nämlich von nun an mit einer Teilstelle für Koordination und Vernetzung zuständig sein. Derzeit ist das Evangelische Hospiz Stendal auf der Suche nach einem ansprechenden und gut erreichbaren Büro in der Innenstadt. Gardelegens Wirtschaftsförderin Mandy Zepig hat dabei schon Unterstützung zugesichert. "Anfang des Jahres, das hängt von den räumlichen Faktoren ab, soll es dann einen Ansprechpartner und feste Öffnungszeiten geben", hofft Paulsen. "Dadurch soll die Hospizarbeit in der Region noch stärker verwurzelt und weitere Begleitungen, auch in Pflegeheimen und zu Hause, möglich werden."

Auch die regelmäßigen Gruppentreffen sollen dann in Gardelegen stattfinden. Geplant ist außerdem, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2015, ein Kurs für neue ehrenamtliche Begleiter.

Wer Interesse an einer solchen ehrenamtlichen Tätigkeit hat, wer den ambulanten Hospizdienst Gardelegen unterstützen möchte oder durch Spenden den Ausbau der Arbeit fördern mag, kann sich schon jetzt unter der Telefonnummer 03931/218338 melden.