Berge/Ackendorf l Die Bilanz laut Risikoanalyse ist ernüchternd. Für das Ackendorfer Gerätehaus ist festgehalten: "Fenster und Eingangstür defekt/verrottet, zwei von vier Außenwänden völlig desolat (unverputzt/Feuchtschaden), Notwendigkeit erheblicher Investitionen!?" Hinzu kommt die Aussage, dass das Gerätehaus in Ackendorf zu schließen sei, "da die Investitionen am Standort Ackendorf nicht im Verhältnis zur Tagesein-satzbereitschaft stehen".

Es sind diese Zeilen, die den Berger Ortsbürgermeister Paul Berlin und die Ratsmitglieder beschäftigten. Und die auch scharf kritisiert wurden. Berlin: "Die schöne, heile Feuerwehrwelt in Berge, Ackendorf und Laatzke stürzt zusammen."

Berlins Kritik zielte besonders auf die Schließung des Ackendorfer Hauses und der Auflösung der Löschgruppe ab, die erst im vergangenen Jahr acht neue Mitglieder gewonnen hatte. "Ich bin dagegen, dass das einzige kulturelle Angebot kaputtgemacht wird. Wenn das Gerätehaus verkauft werden sollte, würde das bedeuten, dass es in Ackendorf nichts mehr gibt. Ackendorf ist dann eine Schlafstätte." Das dürfe nicht sein. Berges Ortswehrleiter Mario Brune sagte: "Das wird am Ende eine Entscheidung der Unterhaltungskosten sein." Berlin, selbst Ackendorfer, berichtete, dass ein Traditionsförderverein Feuerwehr gegründet werden solle, um etwas im Dorf zu behalten, wenn die Löschgruppe aufgelöst werde.

Scharfe Kritik gab es vom Ackendorfer Löschgruppenleiter Wilfried Liermann, weil die Ackendorfer Einsatzkräfte künftig mit ihren Privat-Pkw zum Gerätehaus nach Berge fahren müssten, um dann von dort nach dem Umziehen zum Einsatz aufzubrechen. Liermann: "Da gehen wertvolle Minuten verloren. Und wir müssen über die B 71, jeder weiß, was da los ist." Laut Risikoanalyse sei der Anfahrtsweg kein Hemmnis für eine weitere Mitarbeit in der Feuerwehr, da in Letzlingen, Mieste oder Gardelegen die Strecken ähnlich seien.

Weiterer Kritikpunkt von Liermann: In Berge würden nicht ausreichend Parkplätze am Gerätehaus zur Verfügung stehen - anders als in Ackendorf. Dann hatte der Löschgruppenleiter noch die Einsätze 2014 aufgelistet: Fast alle führten die Ackendorfer in Richtung Gardelegen. Zwischen vier und sieben Einsatzkräfte rückten mit eigenem Fahrzeug direkt vom Ackendorfer Gerätehaus aus.

Ortsbürgermeister Paul Berlin sagte, er werde sich dafür einsetzen, dass das Fahrzeug zumindest noch in Ackendorf belassen werden sollte, bis in Berge ein neues Gerätehaus gebaut ist. Das kann jedoch noch ein paar Jahre dauern. Für 2015 ist laut Risikoanalyse zunächst nur geplant, einen Schuppen am Gerätehaus als beheizte Umkleide auszubauen.

2015 wird die Berger Wehr ein anderes Einsatzfahrzeug erhalten: das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) aus Zichtau, Baujahr 1999, wird nach Berge umgesetzt. Dafür wird das Löschfahrzeug 8 Robur, Baujahr 1985, dann nicht mehr in Berge stehen, sondern verkauft oder versetzt.