Hemstedt (cah) l Einstimmig hat der Hemstedter Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Freitagabend im Gardeleger Café am Rathaus seine schon einmal getroffene Entscheidung bekräftigt: "Unsere Kinder bleiben in Gardelegen."

Zuvor hatte der Ortschaftsrat die Ereignisse im Zusammenhang mit Schulentwicklungsplanung ab 2015/2016 mit dem Schwerpunkt Grundschule Estedt Revue passieren lassen. "Das Thema hat uns als Ortschaftsrat das ganze Jahr lang begleitet und steht auch heute wieder auf der Tagesordnung", sagte Ortsbürgermeister Günter Hoop. Viel zu lange schon, fand Hoop. Zumal es einfach nicht genügend Kinder gebe, den Standort langfristig zu retten. Mit Hemstedt und Lüffingen allein sei das jedenfalls nicht zu machen. "Der gesamte westliche Teil von Gardelegen bis Solpke hin müsste nach Estedt", so Hoop. Es gebe aber im Grundschulbereich nichts wichtigeres als kurze Wege. "Und der kürzeste Weg für unsere Kinder ist nun mal Gardelegen", stellte Hoop klar. Auch was Freizeitangebote wie Sport oder Musikschule, betreffe, "da spielt die Musik in Gardelegen und nicht in Estedt", so Hoop weiter. Die Thematik habe im Dezember-Stadtrat erneut keinen Abschluss gefunden. Eine Entscheidung sei wieder verschoben worden auf Anfang Februar, informierte Hoop seinen Ortschaftsrat.

"Unsere Kinder bleiben in Gardelegen, so wie wir das schon einmal beschlossen haben", sagte Ortschaftsrat Siegfried Dombrowski.

"Ich sehe das auch so", sekundierte Viola Winkelmann ihrem Vorredner. Es sei sicher nicht schön, wenn eine Dorfschule geschlossen werden müsste. "Aber ich sehe da einfach keine Zukunft, weil die Kinder nicht da sind", sagte Winkelmann, die für die CDU auch im Stadtrat sitzt. Diese Meinung habe sie dort schon vor gut anderthalb Jahren vertreten. "Übrigens als einzige", erinnerte Winkelmann.

Für Mandy Benecke ist auch der Schülertransport ein Problem. Die Hemstedter und Lüffinger Kinder müssten auf ihrem Weg nach Estedt durch Gardelegen fahren.

Etwas anders sah das Erich Friedrichs. "In ein paar Jahren werden Schulen wieder gesucht, weil es wieder mehr Kinder geben wird", ist sich Friedrichs sicher. "Wo sollen die denn herkommen?", fragte Hoop etwas erstaunt.

Friedrichs erinnerte an die Familien aus Kriegsgebieten, die vermutlich zunehmend auch nach Deutschland kommen und für eine gewisse Zeit hier bleiben werden. Und die hätten auch Kinder.

In der Abstimmung war sich der Ortschaftsrat letztlich einig: Schulstandort für Hemstedt und Lüffingen bleibt Gardelegen.