Der Kaufvertrag für das Alte Hospital wird vorbereitet. Die Wobau könnte das Haus 2015 kaufen - und dann innen sanieren. Der Bürgermeister sieht darin eine Chance für die Belebung der Innenstadt.

Gardelegen l Seit gestern liegt das Wertgutachten für das Alte Hospital in Gardelegen vor. "Das sieht gut für uns aus", so Bürgermeister Konrad Fuchs, der gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsrates der Vereinigten Hospitalstiftung zu Gardelegen ist. Mit gut meint Fuchs, dass das Gebäude nicht mehr viel wert ist. Denn nur so gibt es die Chance, dass das Gebäude an die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) übertragen wird. "Die Wobau kann investieren, die Stiftung nur verwalten", so Fuchs.

Der Bürgermeister teilte mit, dass die Stiftung nun mit Hilfe eines Notars den Entwurf für einen Kaufvertrag erarbeiten lasse. Dieser werde dann dem Stiftungsrat vorgelegt. Fuchs geht fest davon, "dass der Stiftungsrat dem Verkauf zustimmen werde". Der Kaufpreis werde dem Verkehrswert des Gebäudes entsprechen, so Fuchs. Konkrete Zahlen nannte er noch nicht.

Fraglich sei, ob für die Sanierung des Denkmals noch eine 100-prozentige Förderung möglich sei, so der Bürgermeister. In diesem Umfang war in den vergangenen drei Jahren die Sicherung des historischen Gebäudes aus dem Landeshaushalt finanziert worden. Außerdem wurde das Dach saniert.

2015 könnte laut Fuchs dann unter Regie der Wobau - sofern die Gesellschafterversammlung den Kauf des Gebäudes absegnet - der Innenausbau angegangen werden.

Mit dem Gardeleger Wasserverband gibt es einen potenziellen Mieter. Fuchs geht fest davon aus, "dass der Wasserverband dort reinziehen wird". Geschäftsführerin Katja Rötz bestätigte, dass der Verband daran Interesse habe, zurzeit "aber auf ein finanzielles Angebot gewartet werde". Die Baumaßnahmen am eigenen Haus, um Wohnungsräume in Büros umzuwandeln, sei vorerst gestoppt. "Auch, weil wir warten wollen, ob es wirtschaftlich nicht interessanter wäre, ins Alte Hospital zu ziehen." Die letzte Entscheidung treffe die Verbandsversammlung, betonte Rötz.

Auch der zeitliche Rahmen würde für den Gardeleger Wasserverband passend sein, so die Geschäftsführerin. Fuchs hatte angedeutet, dass 2016 die Büroräume in dem Gebäude genutzt werden könnten. Attraktiv für den Verband sei, dass die Räumlichkeiten - durch die Sanierung - den Bedürfnissen des Wasserverbandes angepasst werden könnten, sagte Rötz.

Außerdem hat der Bürgermeister am Montag Gespräche mit der Agentur für Arbeit geführt, bestätigte er. Es sei klar, dass die Container vor dem Agentur-Gebäude keine Dauerlösung seien. "Wir haben gesprochen, wie perspektivisch eine Lösung aussehen könnte", sagte Fuchs. Platz im Alten Hospital wäre genug. Noch offen sei, ob die derzeit sieben Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes im Gebäude blieben, sagte der Bürgermeister.

Er sieht mit der Sanierung des Alten Hospitals eine grundsätzliche Chance zur Belebung der Innenstadt: "Wenn das irgendwann fertig ist, können dort viele Verwaltungsmitarbeiter einziehen. Und die gehen auch mal kurz in die Stadt, um Besorgungen zu erledigen und Mittag zu essen."

Neben dem Projekt Hospital gibt es für die Stiftung derzeit noch ein weiteres. Wie Fuchs informierte, wurde in Lindenthal der erste Erbbaupachtvertrag mit einem Hausbauer unterschrieben. "Wir haben dort baureifes Land, aber nur als Erbbaupacht." Er sprach von 12 bis 15 Grundstücken, die zur Verfügung ständen.