Gardelegen (gb) l Also: "Ich habe nichts an den Ohren", versichert gestern Wolfgang Oelze augenzwinkernd, "und ich hege auch erhebliche Zweifel an der medizinischen Ausbildung und Kompetenz von Herrn Grubitzsch." Zudem gebe ihm "das Niveau von Grubitzsch, auf das er sich begibt und mit dem man ja auch zu tun hat, zu denken."

Dass der Geschäftsführer der Gardeleger Wobau seinen Gesundheitszustand so genau beschreibt, ist die Antwort auf einen Vorwurf von Gebietskonservator Falko Grubitzsch, vom Landesamt für Denkmalschutz und Architektur in Halle. Der hatte im Gespräch mit der Volkstimme sowohl bei Oelze als auch bei Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs Hörprobleme vermutet, da diese seine Äußerungen hinsichtlich des Hinterhofgebäudes am Trüstedtschen Haus nicht richtig verstanden hätten.

Seitdem eines der ältesten Gebäude der Kernstadt abgerissen wird - der Kreis hatte diese Ersatzvornahme aus Gefahrenabwehrgründen angeordnet - schlagen die Wogen hoch. So hatte unter anderem Andreas Riethmüller, Leiter der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes, betont, dass es durchaus Möglichkeiten gegeben hätte, das Haus zu erhalten.

Gebietskonservator Falko Grubitzsch versicherte seinerseits, dass es von ihm gegenüber Oelze und Fuchs keine strikten Verbote gegeben habe, die den Abriss des umstrittenen Hinterhauses betrafen.

Auch er sei erstaunt, dass er etwas an den Ohren haben soll, gab gestern Konrad Fuchs zu. Mehr werde er aber nicht kommentieren: "Jeder hier vor Ort weiß, wie er das zu werten hat."

Angesichts des Abrisses des Trüstedtschen Hauses, der bei aller Dramatik sogar eine Chance sein könne, von nun an deutlichere Forderungen zu stellen, so Fuchs, hoffe er nun auf den Mut des Kreises, insbesondere der Unteren Denkmalschutzbehörde, künftig Entscheidungen zu treffen, die Chancen auf Sanierung nicht zunichte machen.