Die Kindertagesstätte Entdeckerland in Lind- stedt wird im kommenden Jahr aller Vorraussicht nach mit zwei Standorten im Dorf vertreten sein. Wenn am alten Gutshaus Sanierungsmaßnahmen beginnen, wird ein Teil der Kinder für einige Zeit in die alte Grundschule wechseln.

Lindstedt l Die Sanierung der Fassade und des Gutshauses in Lindstedt stehen bereits seit einigen Jahren als Position auf der Maßnahmenliste des Haushaltes der Gardeleger Stadtverwaltung. Veranschlagt sind allein dafür rund 134000 Euro, die seit langem als Haushaltsrest zweckgebunden festgeschrieben sind und von Jahr zu Jahr weitergeführt wurden. Auch Fördermittel sind dafür bewilligt. Vor kurzem hat es nun Gespräche zwischen dem Besitzer des Hauses, dem Förderverein Historische Region Lindstedt, und der Stadtverwaltung gegeben, wie Bürgermeister Konrad Fuchs auf Nachfrage bestätigte. "Wir haben über die Art und Weise dessen, was notwendig und was machbar ist, gesprochen, um zu ermitteln, welcher Finanzbedarf da ist", sagte Fuchs, der die Gesprächsrunde als "wohltuend, offen und ehrlich" bezeichnete. Allerdings seien noch weitere Gespräche nötig, zum Beispiel mit Blick auf den Denkmalschutz, der bei derartigen Projekten immer mit eingebunden sei.

Die Stadt Gardelegen als Betreiber der Kindertagesstätte ist derzeitiger Mieter der Räumlichkeiten für die Kita, erklärte die zuständige Mitarbeiterin Martina Gruhn. Wenn die Sanierungsmaßnahmen im kommenden Jahr beginnen, wird ein Teil der Kinder für einen begrenzten Zeitraum ausziehen müssen, erklärte sie. Ausweichstandort werde dann die alte Grundschule in Lind- stedt. Diese sei bereits durch alle involvierten Parteien in Augenschein genommen und begutachtet worden.

Bei der Begehung des Hauses durch Mitarbeiter des Jugendamtes und der Stadtverwaltung seien Umbaumaßnahmen festgelegt worden, damit Kindergartenkinder dort betreut werden können. "Waschbecken und Toiletten müssen heruntergesetzt werden.

Kindergartenkinder werden in alte Grundschule ausweichen

Es muss eine kindgerechte Garderobe eingebaut werden und auch die Schließsicherheit der Türen war Thema", zählte Martina Gruhn auf.

Für einen begrenzten Zeitraum, voraussichtlich von März bis Oktober, werde ein Teil der Kinder dann in der ehemaligen Grundschule betreut. "Das wird die größeren Kinder betreffen. Platz ist auf jeden Fall ausreichend vorhanden. Die Krippenkinder sollen weiter im Gutshaus betreut werden, um sie nicht aus ihrer gerade gewohnten Umgebung nehmen zu müssen", erklärte Gruhn weiter. "Außerdem sind wir mit dem Kuratorium in enger Abstimmung, und Informationen wurden auch bereits vom Mitarbeiterteam an die Eltern weitergegeben", fügte sie hinzu.

Hortkinder werden während der Bauzeit in Jävenitz betreut

Für den gleichen Zeitraum werden allerdings die Kinder, die den Hort in Lindstedt besuchen, ebenfalls ausweichen müssen, um den Kindergartenkindern Platz zu machen. Sie werden, mit Zustimmung des Jugendamtes den Hort in Jävenitz nutzen können. Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung werde es für diese Zeit geben.

Saniert beziehungsweise wiederhergestellt werden soll unter anderem die vordere Fachwerkfront und die westliche Front des Hauses soll eine Wärmedämmung bekommen, zählte Marcel Heins, Vorsitzender des Fördervereins Historische Region Lindstedt, auf. Allein dies werde die Betriebskosten für die Kita doch spürbar senken, blickt er voraus. Zumal das derzeit die einzigen Kosten seien, die die Stadt für die Nutzung der Kita zu bezahlen hat. "Das haben wir im Nutzungsvertrag zwischen Förderverein und Stadt festgelegt. Dieser bezieht sich auf den aktuellen, eben unsanierten, Zustand", fügte Heins hinzu.