Mit der Aktion Schenken statt Tauschen will Stadtrat Dirk Kuke Flüchtlingen in der Region helfen. Bürger können Geschenke, die sie nicht brauchen, an die Migranten weitergeben.

Gardelegen l Wer kennt das nicht? Da liegt unter dem Weihnachtsbaum ein Geschenk, mit dem man selber absolut nichts anfangen kann. Socken, Spielzeug, Wollpullover - das ungewollte Geschenk wird oft umgetauscht, oder es verstaubt in der hintersten Ecke. Dabei könnten die Menschen mit den Geschenken auch etwas Gutes bewirken, findet Stadtrat Dirk Kuke (Freie Liste). Er hat sich daher etwas überlegt. Kuke möchte die Menschen ermutigen, ihre Geschenke weiterzugeben.

Deshalb ruft der Stadtrat die Aktion Schenken statt Tauschen ins Leben. Die Idee: Wer ein Geschenk bekommt, dass er nicht gebrauchen kann, gibt dieses weiter. Und zwar an Menschen, die kaum etwas besitzen: Kuke will mit den Präsenten die Flüchtlingsfamilien in Gardelegen und Umgebung beschenken.

Dafür hat er bereits mehrere Abgabestellen organisiert (siehe Infokasten). Bis zum 15. Januar sollen die Geschenke angenommen werden. Vor allem die Kinder sollen von der Aktion profitieren. Spielsachen sind daher gerne gesehen - aber auch Kleidung für Kinder und Erwachsene. Auch mit dem Altmarkkreis - der für die Flüchtlinge zuständig ist - stehe er bereits seit längerem in Kontakt.

Das Thema liege ihm sehr am Herzen, sagt Kuke. Er hatte bereits im Stadtrat angeregt, die Stelle eines Migrationsbeauftragten zu schaffen und sich selber dafür ins Gespräch gebracht. Gardelegen solle ein positives Beispiel für den respektvollen Umgang miteinander werden, wünsche er sich. Derzeit würden die Wellen bezüglich der Asylpolitik sehr hoch schlagen. "Aber wir sollten einen Ansatzpunkt finden, es in Gardelegen eben anders zu machen", sagt Kuke. "Die paar Ausländer, die wir hier haben, haben noch keinem wehgetan - im Gegenteil", findet er. Für eine Übergabeveranstaltung habe die Feuerwehr bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Auf die Idee zu der Aktion habe ihn der Wernitzer Walter Jakel gebracht. Und Kuke kannte etwas Ähnliches aus Kindertagen. Wenn da mal ein Geschenk doppelt war, haben seine Eltern dieses schon mal weitergegeben - "an Familien, die nicht so viel Geld hatten", erzählt der Stadtrat.