Gardelegen l Sein erstes Weihnachten - das hätte sich Tim Bruno Saft wohl anders gewünscht. Der sechseinhalb Monate alte Junge musste Sonntagabend ins Krankenhaus. "Schön ist das nicht", sagt Mama Sylvia Saft. Sie blieb bei ihrem Kleinen und übernachtete in einem der neuen Mutter-Kind-Zimmern in der Kinderklinik. Das Altmark-Klinikum hat die Zimmer mit Unterstützung des Fördervereines in diesem Jahr neu geschaffen. Jetzt wünscht sich die Mama für heute vor allem eines, dass Tim Bruno und sie wieder nach Hause können.

Weihnachten im Krankenhaus - für Kinder ist das ein Horrorszenario. So auch für den zwölfjährigen Lars Gerchel. Gestern konnte ihn seine Mama endlich abholen. In der Kinderklinik habe er sich gut aufgehoben gefühlt. Aber über die Feiertage wollte er nicht dableiben. "Meine Oma hat am ersten Weihnachtsfeiertag Geburtstag. Da will ich unbedingt dabei sein", sagt Lars Gerchel.

Vier Patienten waren gestern noch in der Kinderklinik. Doch nicht alle haben wohl Glück und können den Heiligen Abend zu Hause verbringen. Die Schwestern haben aber schon ganz andere Weihnachten erlebt. "Wir hatten schon schwerkranke Kinder, die mit dem Leben gekämpft haben", erinnert sich Stationsschwester Sabine Barnieck.

Es gab auch schon Weihnachtsfeste, an denen Kinder ohne ihre Eltern in der Klinik bleiben mussten. Für solche Notfälle haben die Schwestern aber einen Plan B. Kurzerhand stellten sie einen weiteren Weihnachtsbaum auf. Es gab Geschenke - auch dank der Unterstützung des Fördervereines - und Musik.

"Wir können eine Familie nicht ersetzen, aber Ärzte und wir Schwestern geben unser Bestes", sagt Sabine Barnieck. Häufig gäbe es solche Notfälle zum Glück nicht. Aber im Krankenhaus können die Mitarbeiter nie wissen, wann es dazu kommt. "Meistens nimmt es ab dem ersten Weihnachtsfeiertag wieder zu", sagt Sabine Barnieck. Viele Kinder kämen dann mit Magenschmerzen und Übelkeit.

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