Es ist immer wieder eine gemütliche Runde - aber der Heilige Abend in der Kalbenser Median-Klinik ist für einige Menschen auch etwas besonderes. Denn wer dort bleibt, tut dies entweder schon seit Jahren aus Tradition oder nur ausnahmsweise, weil er wieder ganz gesund werden möchte.

Kalbe l Etwa 50 Besucher haben es sich Heiligabend wieder im Speisesaal der Kalbenser Median-Klinik gemütlich gemacht. Es riecht nach Lebkuchen und frischem Kaffee, und es liegt auch hier diese besondere Stimmung in der Luft. So mancher Patient freut sich zum Beispiel über den Besuch, der vielleicht sogar über die Weihnachtszeit dort bleibt. "Und auch alle unsere Stammgäste sind wieder da", verrät Chefärztin Katharina Molenda gut gelaunt. Denn die Klinik bietet auch in diesem Jahr an, die Einrichtung über die Feiertage und Jahreswechsel wie ein Hotel zu nutzen.

Und wie in einem Hotel gibt es auch in der Klinik natürlich ein festliches Programm. Eröffnet wird es von Katharina Molenda, die sich freut, den Jeetzer Männerchor, die Akkordeongruppe der Musikschule Fröhlich und das Gardeleger Duo Na und ankündigen zu können. Auch sie selbst erzählt schließlich eine Weihnachtsgeschichte. Es ist alles sehr festlich, und dafür gibt es viel Applaus für alle.

Aber es gibt auch einen Moment, der wirklich anrührt. Auch der ist schon Tradition in der Median-Klinik. Jedes Jahr in der Adventszeit schmücken Patienten und Besucher nämlich den Baum im Foyer mit ihren Weihnachtswünschen - geschrieben auf Kugeln aus Papier. Und stets am Heiligen Abend werden sie für kurze Zeit abgenommen und vorgelesen.

"Ich wünsche mir, dass meine Tochter wieder gesund wird!"

Ein Besucher der Median-Klinik

Und dann wird es immer ganz still. Denn was sich die Patienten und ihre Besucher wünschen, ist eigentlich selbstverständlich - und ist eben doch manchmal nicht: "Ich hoffe, dass der Krebs nie wieder kommt", steht auf einer der Kugeln, die Hausdame Anne Haase am Heiligen Abend vorliest. "Ich möchte, dass alles wieder gut wird" oder "Ich wünsche mir, dass meine Tochter wieder gesund wird!", steht auf zwei anderen - und einmal liest Anne Haase einfach den Satz: "Ich möchte leben!" Drei Worte, die im Raum schweben und viele Gäste ganz nachdenklich werden lassen.

Aber es gibt auch ganz viel Optimismus: "Ich hoffe, die innere Ruhe und Ausgeglichenheit sowie die tollen Anregungen von hier mit nach Hause und ins Berufsleben zu übernehmen", wünscht sich zum Beispiel eine weitere Patientin, und außerdem "...wieder den Marathon in Hamburg laufen zu können". Wieder ein anderer oder eine andere hat ein lustiges Eichhörnchengedicht aufgeschrieben und ein weiterer wünscht sich sogar "...eine sofortige Ost-West-Angleichung!"

Und das lässt die Besucher in der Median-Klinik dann auch schon wieder herzlich lachen.