Zu einem der kuriosesten Einsätze 2014 rückte die Feuerwehr am Dienstagabend zum Stadtgraben aus. Darin war ein Fahrrad gefunden worden. Die schlimmsten Vermutungen bestätigten sich nicht - dafür gab`s ein überraschendes Ende.

Gardelegen l Ein junger Mann und eine junge Frau sind am 23. Dezember gegen 21.30 Uhr auf dem Wall mit ihrem Hund beim abendlichen Spaziergang unterwegs. Es nieselt, weit und breit ist niemand zu sehen. Plötzlich leuchtet im Stadtgraben ein rotes Licht. Mit einem langen Stock fischen sie im Wasser und ziehen ein Fahrrad an den Rand des Gewässers - mit eingeschaltetem Rücklicht.

Sofort rufen die beiden die Polizei. Die kommt und die zwei Beamte leuchten mit ihren Taschenlampen aufs Wasser. "Es bestand die Gefahr, dass jemand mit dem Fahrrad in den Stadtgraben gefahren ist und möglicherweise in Lebensgefahr ist oder Hilfe braucht.Die jungen Leute haben genau richtig gehandelt", betont ein Beamter später. Die Polizisten alarmieren die Gardeleger Feuerwehr, die mit drei Fahrzeugen und elf Einsatzkräften ausrückt. Zu Fuß erkunden die Feuerwehrleute das Gelände um den Stadtgraben herum und installieren Strahler, die die Wasserfläche bescheinen. Von einer Person ist nichts zu sehen. Das Fahrrad lehnt derweil an einer Bank am Wall. Als der stellvertretende Ortswehrleiter Till Kern und die Feuerwehrleute das Rad anschauen, kommt ihnen das sehr bekannt vor - und das Happy End zur Bescherung am Tag danach naht. Denn Kern ruft einen der Gardeleger Feuerwehrmänner an, der zur Arbeit und nicht beim Einsatz vor Ort ist. Ja, er vermisse sein Rad, sagt er. Es sei ihm am Montag gestohlen worden. Ja, es sei blau. Ja, auch einen Schriftzug habe es. Als er dann den Sattel beschreibt, steht fest: Es ist sein Fahrrad, das ihm zwei Tage vor Heiligabend geklaut worden war. "Wahrscheinlich hat es der Dieb im Stadtgraben entsorgen wollen", vermutet der Polizeibeamte.

Pünktlich zur Bescherung hatte der Feuerwehrmann sein Rad wieder - sauber gewaschen vom Stadtgrabenwasser. Erleichtert zeigte sich Ortswehrleiter Henrik Lehmann über das Ende des kuriosen Einsatzes: "Gut, dass es am Ende so glimpflich ausging." Es blieb bis Redaktionsschluss der einzige Einsatz der Gardeleger Wehr an den Feiertagen.