Mehr als 2,6 Millionen Euro sollen auch 2015 wieder in die Modernisierung von Gardeleger Wobau-Wohnungen fließen. Die größte Investition wird in einen Altneubaublock an der Straße der Freundschaft fließen.

Gardelegen l Es geht um den Altneubaublock Straße der Freundschaft 10 bis 12. Dort sollen Fahrstühle angebaut, das Treppenhaus und die Fassade saniert sowie die Zuschnitte der Wohnungen modernisiert und dem Bedarf angepasst werden (wir berichteten). Insgesamt sollen rund zwei Millionen Euro fließen. Der größte Teil davon werden Fördermittel sein. Denn der Umbau ist so etwas wie ein Musterprojekt des Landesbauministeriums und wird deshalb gut bezuschusst. "Es geht darum, alte Wohnblöcke so aufzumöbeln, dass wir sie wieder gut vermieten können", erläutert Wobau-Chef Wolfgang Oelze. "Und diese Chance müssen wir einfach nutzen. So viel Geld bekommt man nicht immer geschenkt".

Wann genau das Großprojekt starten wird - das übrigens immer noch um zwei Drittel günstiger ist als ein Neubau - hängt allerdings weitestgehend vom Ministerium ab. Für die Wobau ist allerdings auch das kein Problem: "Wir haben keinen Druck. Die Wohnungen sind vermietet", versichert Oelze.

Und genau das ist nach wie vor die Maßgabe: Ob Mietpreise, Sanierungen, Instandhaltungen - jede Entscheidung, die getroffen wird, soll die Mieter halten oder neue Mieter überzeugen. So wurden auch 2014 wieder etliche Objekte saniert und modernisiert. Allein 50 Wobau-Wohnungen wurden in diesem Jahr mit Balkonen ausgestattet. Dennoch liegt die Durchschnittsmiete nur bei rund 4,20 Euro pro Quadratmeter. "Wir haben die Wohnungen voll", sagt Oelze. "Denn leere Wohnungen sind das, was richtig Geld kostet."

Dass sich diese Politik weiterhin bezahlt macht, zeigen die Zahlen schwarz auf weiß. Denn nach wie vor ist die Gardeleger Wobau mit einem Leerstand von nur 2,68 Prozent auf Platz 1 im Land. Lediglich 38 von 1419 Wohnungen sind aktuell nicht vermietet.

Dennoch werde es in den kommenden Jahren immer schwerer werden, diesen Stand zu halten, weiß Oelze. Zwar sei die Wohnungswirtschaft träge, schnelle Ergebnisveränderungen deshalb nicht zu erwarten, "doch wir können auch nicht zaubern". Die Demografie, das Älterwerden und Schrumpfen der Bevölkerung werde auch in Gardelegen zu spüren sein.

Deshalb will die Wobau weiterhin auf Qualität setzen. So können sich die Mieter der Objekte Straße-der-Opfer-des -Faschismus 24 bis 28 sowie der August-Bebel-Straße 1-3 auf neue Balkone freuen, die im kommenden Jahr angebaut werden sollen. Dort sollen zudem Malerarbeiten stattfinden, Elektroleitungen, Heizungen und Türen werden ebenfalls modernisiert.

Jeweils die Außenanlagen sollen in Weteritz Am Park 2 und im Gardeleger Eichengrund 1 bis 15 neu gestaltet werden. 2015 abgeschlossen werde zudem der Lückenneubau Sandstraße 81, der schon 2014 begonnen wurde. Im März können dort voraussichtlich die Wohnungen übergeben werden.

Wie es mit der Sanierung des Objektes Sandstraße 9 weitergeht, hängt von verschiedenen Entscheidungen ab, unter anderem von der Unteren Denkmalschutzbehörde.