Eintauchen in fremde Galaxien, selbst zum Kriminalkommissar werden oder den perfekten Garten anlegen - wer liest, erlebt und erfährt mehr. Bücher und andere Medien für jeden Geschmack und jedes Anliegen finden die Kalbenser in der Bibliothek. Dort warten derzeit auch die neuesten Bestseller.

Kalbe l Schauspieler und Comedian Christoph Maria Herbst hat sich beim Lesen "weggeschmissen". Und das, da ist sich Bibliothekschefin Heidrun Kühnel sicher, wird vielen Krimifans ganz sicher auch passieren, wenn sie die Erdmännchen-Krimis von Moritz Matthies lesen. Ob "Dumm gelaufen", "Ausgefressen", "Dickes Fell" oder "Voll Speed" - die Erdmännchen-Ermittler Ray und Rufus sind los und nehmen den Alltag und ihre Fälle aufs Korn. Lesespaß ist garantiert. Und den gibt es derzeit ganz neu in der Kalbenser Bibliothek. Die Bücher gehören nämlich zu den vielen Neuerwerbungen, die Kühnel in den vergangenen Wochen bestellt hat.

"Die Ausgabe der Kohl-Protokolle ist noch die mit allen umstrittenen Zitaten."

Und auch so manch anderen Lesewunsch kann die städtische Einrichtung nun erfüllen. Freuen können sich zum Beispiel auch die Fantasy-Fans und zwar auf alle vier Teile der Spiegel-Bestseller-Reihe "Legenden der Albae". Die fantastischen Abenteuer der dunklen, unerbittlichen Krieger, die Erfolgsautor Markus Heitz geschrieben hat, kommen besonders bei ihren jungen Lesern gut an, weiß Heidrun Kühnel. "Es gibt sogar schon Vorbestellungen", sagt sie schmunzelnd.

Bestellt und gewünscht haben sich erwachsene Leser auch andere Bestseller. So gibt es zum Beispiel ab jetzt die "Jetztmensch"-Trilogie von Mike Barke in der Kalbenser Bibliothek oder Jennifer Teeges berührende Biografie "Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen". Frank Schätzings "Breaking News" sind ebenso zu haben, wie der Roman "Weit ist der Weg nach Zicherie", in dem Autor Heinrich Thies die Geschichte des geteilten Grenzdorfes Böckwitz-Zicherie erzählt.

Das geteilte Deutschland ist in großen Teilen ebenfalls Thema eines anderen Bestsellers, nämlich der "Kohl-Protokolle", die Heribert Schwan und Tilman Jens nach Gesprächen mit Altbundeskanzler Helmut Kohl veröffentlicht haben. "Und es ist noch die Ausgabe mit allen umstrittenen Zitaten", verrät Heidrun Kühnel. Denn sie hatte das Buch bereits bestellt, bevor Kohl mit seiner Klage gegen die Autoren erfolgreich war. Die müssen nun in der nächsten Auflage 115 Zitate weglassen. Unter anderem das, in welchem Kohl seiner politischen Tochter Angela Merkel abspricht, richtig mit Messer und Gabel essen zu können.

Keinen Blick in die Vergangenheit, sondern eine bedrückende Zukunftsvision präsentiert schließlich Marc Elsberg in seinem Roman "Black out", der auch aktuell in Kalbe zu haben ist. Er lässt seine Leser nämlich dabei sein, als an einem kalten Februartag alle europäischen Stromnetze zusammenbrechen. Der, der daran schuld ist, ist ebenso raffiniert wie gnadenlos. Europa liegt im Dunkeln und die Menschen stehen vor ihrer größten Herausforderung, nämlich dem Überleben.

Ums Überleben im weitesten Sinn geht es schließlich auch in einem anderen Bestseller. Der allerdings ist ein Ratgeber: "Das große Buch der Selbstversorger" - vielleicht liegt`s an den vielen Lebensmittelskandalen oder einfach am Spaß des Selbermachens - ist derzeit nämlich ein absoluter Renner, weiß Heidrun Kühnel. Genau so wie "Pflegeleichter Garten", in dem es ganz viele Gärtner-Tipps für Faulenzer gibt oder die zahlreichen, schön bebilderten Kochbücher, in denen die Fernsehköche der Nation am Herd stehen.

"Die Bibliothek bekam 182 Bücher geschenkt, die ich alle eingearbeitet habe."

Für alle, die sich lieber vorlesen lassen oder die nicht mehr so gut sehen können, hat die Bibliothek zudem wieder 14 neue Hörbücher in den Regalen. Dazu gibt es 20 neue Filme auf DVD und 18 spannende Computerspiele, und all das wie immer kostenlos, für alle, die ihre Nutzergebühr bezahlt haben. Das Budget ist also gut angelegt, versichert Heidrun Kühnel. Gefreut hat sich die Bibliothekarin in diesem Jahr aber nicht nur über die Neuanschaffungen, sondern auch über eine besondere Spende: "Sie kam von einer Frau Meinecke aus Altmersleben", erzählt Kühnel. Von ihr bekam die Bibliothek 182 Bücher geschenkt, "die ich komplett in den Bestand eingearbeitet habe."