445 Eier und damit 21 mehr als im vergangenen Jahr kamen beim Wurstsingen in Roxförde am Sonnabend zusammen. Am Abend wurde gemeinsam im Dorfgemeinschaftshaus gegessen.

Roxförde l Sie singen, sie tanzen - und sie verteilen Medizin für ein gesundes, neues Jahr. Beim Wurstsingen waren am Sonnabend von den 229 Roxfördern wieder viele beim Umzug mit unterwegs, abends beim Eierbackessen im Dorfgemeinschaftshaus und fast alle Einwohner am Vormittag in ihren Häusern, damit sie den Sängern Würste, Eier und Speck mitgeben konnten.

Die Ausbeute am Ende des Neujahrsbrauches war beachtlich: 445 Eier, 13 Stück Speck, 15 Leberwurstringe, 34 Schlackwürste, zehn Flaschen Sekt, 21 Flaschen Wein und 58 Flaschen mit diversen alkoholischen Getränken der härteren Sorten.

"Wir ersingen die Würste - oder bemühen uns zumindest, auch wenn wir nicht immer alle Strophen beherrschen", sagte Ortsbürgermeister Ulf Müller schmunzelnd. Und natürlich wünschen sie den Dorfbewohnern ein gesundes, neues Jahr. Damit das auch klappt, erkundigte sich Doktor Gisbert Lübke wieder nach dem Wohlbefinden der Roxförder und verteilte seine Pillen. Assistent Günter Brandt reichte dazu den passenden Schluck, mit dem die Pille hinuntergespült werden konnte.

Ab und an war der Doktor auch großzügig mit der Pillenvergabe - wenn ihm aus seinem Glas gleich mehrere Tabletten rutschten. "Irgendwelche Beschwerden?", erkundigte er sich bei Gudrun und Eduard Kolitsch an der Haustür. Die gebe es reichlich, sagte Kolitsch und nahm einen Schluck, während seine Frau vom Doktor die Zuckerpille in die Hand gedrückt bekam.

Die Eierfrau war wie immer Günter Helling, als Kiepenträger fungierten Jonas Feilhaber und Felix Müller. Und dieser Nachwuchs musste am Abend auch antreten, als das Strafenregister verlesen wurde. Denn Kiepenträger dürfen nicht trödeln, sondern müssen an den Haustüren stehen, wenn es Eier und Würste gibt.

Als Buchhalter beim Umzug war Horst-Dietmar Thiele in Aktion, als Kassierer Eckhard Bierstedt. Abends oblag Bierstedt noch eine besondere Aufgabe. Er beförderte die Gendarme Gerald Feilhaber und Frank Lindecke unter dem Beifall der Roxförder zu Hauptwachtmeistern.

   

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