Ein großer Teil ist bereits verkauft oder abgerissen. Dennoch gehören der Stadt immer noch 235 Wohnungen in verschiedenen Objekten in den Dörfern. Verwaltet werden sie seit der Gebietsreform von der Gardeleger Wobau - und zwar sehr erfolgreich.

Gardelegen l Sie sind verteilt auf mehrere Dörfer. So gibt es zum Beispiel in Köckte städtischen Wohnraum, ebenso in Jävenitz. Und in Mieste gibt es sogar jede Menge. Und die meisten sind vermietet.

Bei einem durchaus ordentlichen Prozentsatz von 14,35 liegt nämlich der derzeitige Leerstand der städtischen Wohnungen in den Dörfern der Einheitsgemeinde, beziffert Wolfgang Oelze, Geschäftsführer der Gardeleger Wohnungsbaugesellschaft (Wobau). So ganz reichen die Zahlen zwar noch nicht an den städtischen Wert von nur 2,68 Prozent heran, dennoch ist er optimistisch, dass sich auch der Wert im kommenden Jahr weiter verringern wird.

"Den kriegen wir auch noch weiter runter", versichert er. Zum Vergleich: 2011 nach der Gebietsreform standen rund ein Viertel, nämlich fast 25 Prozent der kommunalen Wohnungen auf den Dörfern leer. Den höchsten Leerstand gab es im Bereich Estedt, Berge, Laatzke, Wiepke und Zichtau. Dort errechneten sich Leerstandsquoten von mehr als 35 Prozent. Über 30 Prozent der Wohnungen waren noch 2012 auch in Kloster Neuendorf, Hottendorf, Jävenitz, Lindstedt und Letzlingen nicht vermietet. Mit 8,96 Prozent hat der Bereich Mieste, Miesterhorst, Peckfitz und Tarnefitz damals noch den niedrigsten Leerstand.

Insbesondere in Mieste herrschten damals allerdings hinsichtlich der aufgelaufenen Mietaußenstände katastrophale Verhältnisse. Da gab es offenbar Mieter, die Monate, sogar jahrelang keine Miete gezahlt hatten und Schuldenberge hinterließen. Doch davon ist man mittlerweile weit entfernt. "In Mieste läuft es wie verrückt. Es ist eines der besten Vermietungsgebiete", versichert Oelze auf Nachfrage.

Das liegt sicher zum einen an der rigorosen Mahnpolitik der Wobau. "Wenn auch nur eine Miete fehlt, schreiben wir sofort eine Mahnung", versichert Oelze. Und dann bleibe man dran.

Aber auch die Investitionen der Stadt tragen der positiven Entwicklung natürlich Rechnung. Und davon sind auch im kommenden Jahr einige geplant. So wird die Wobau unter anderem für das Mehrfamilienwohnhaus am Jävenitzer Ginsterweg 4a/b und 5a/b ein neues Dach finanzieren. Dazu sollen neue Balkone kommen.

Wo Sanierung nicht mehr funktioniert, trennt sich die Stadt aber auch von Objekten. So wurden bereits Häuser verkauft, unter anderem in Jävenitz. Im vergangenen Jahr wurde zudem ein Haus an der Jävenitzer Bahnhofstraße abgerissen. In diesem Jahr soll wiederum ein Altneubaublock in Köckte fallen, der bereits leergezogen ist. Damit werden noch einmal fünf Wohnungen abgebaut. "75 sind wir insgesamt schon los", erinnert Oelze. Dann sind es noch 230 von ursprünglich 306 Wohneinheiten, die von der Wobau für die Stadt verwaltet werden.