Für das Amt des Bürgermeisters von Gardelegen gibt es jetzt den vierten Kandidaten. Der 35-jährige Stephan Mertens aus Lindstedterhorst, von Beruf Landwirt, will ins Rathaus einziehen.

Lindstedterhorst l Etwas nervös ist Stephan Mertens schon bei seinem ersten Pressegespräch als Bürgermeisterkandidat. Mehrmals wischt er sich mit den Händen über die Hose. Seine Worte wählt er aber immer mit Bedacht. Vor seinen Antworten hält er kurz inne und überlegt.

"Ich bin auf jeden Fall Außenseiter", sagt der 35-Jährige. Bislang sei er kommunalpolitisch nicht aktiv gewesen. Doch die mangelnde Erfahrung müsse nichts Negatives sein. "Ich kann frischen Wind in die Stadtpolitik bringen", meint Stephan Mertens.

Was ihn für das Bürgermeisteramt qualifiziert? "Dass ich unvoreingenommen bin, gut zuhören kann und Durchsetzungsvermögen besitze", antwortet er. Das Leiten der Stadtverwaltung bezeichnet er als die größte Herausforderung. Aber er zeigt sich optimistisch. "Ich habe in meinem Studium gelernt, mich in neue Aufgaben schnell einzuarbeiten", sagt Stephan Mertens. Daher sei er sich auch sicher, binnen kurzer Zeit fähig zu sein, die Verwaltung zu übernehmen.

Stephan Mertens ist ausgebildeter Landwirt und hat sein Studium zum Diplom-Agraringenieur erfolgreich abgeschlossen. Derzeit arbeitet er im elterlichen Betrieb in Lindstedterhorst mit rund 250 Tieren. Er ist als Herdenmanager verantwortlich für die Milchviehhaltung - vom Überwachen der beiden Melkroboter, übers Organisieren der Reproduktion bis hin zur Kälberaufzucht. Daneben singt er im Männergesangverein Lindstedt und engagiert sich als Aktiver bei der Freiwilligen Feuerwehr Seethen.

Im November - als die Kandidaturen von Kai-Michael Neubüser (CDU) und Mandy Zepig (SPD) feststanden - habe er sich dann gedacht. "Zu den beiden Kandidaten brauchen die Bürger eine Alternative. Man will ja auch eine Wahl haben", sagt Stephan Mertens.

Natürlich hätten die mittlerweile drei Kandidaten - neben Zepig und Neubüser startet außerdem Peter Kapahnke aus Parleib als Einzelbewerber ins Wahlrennen - einen großen Vorteil. "Die kennt man. Ich muss ordentlich Klinkenputzen gehen", sagt Stephan Mertens. Damit hat der 35-Jährige bereits begonnen. 102 Unterstützerunterschriften habe er gesammelt. "Noch bin ich Einzelkämpfer", sagt er mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf. Aber er habe schon Freunde gebeten, ihn dabei zu unterstützen.

Chancenlos - das Wort wolle er nicht in den Mund nehmen. Seinen Vorteil sieht er darin, "dass ich auch viele junge Leute ansprechen kann". Gerade für Familien würde er sich als Bürgermeister einsetzen. Außerdem möchte er dafür sorgen, dass mehr Radwege zwischen den Orten gebaut werden. "Ich würde die Ortsteile zudem noch stärker einbeziehen", sagt er. "Im Großen und Ganzen ist Gardelegen auf einem guten Weg. Herr Fuchs hat gute Arbeit geleistet", findet Stephan Mertens.