Drei Beschlussvorlagen, die alle brisant sind, liegen den Ratsmitgliedern vor. Zwei sehen den Erhalt der Estedter Grundschule mit Kindern aus anderen Einzugsbereichen vor, eine die Aufgabe des Schulstandortes.

Estedt l Der 2. Februar könnte der Tag werden, an dem das Aus der Grundschule Estedt vom Gardeleger Stadtrat beschlossen wird. Oder es wird der Tag werden, an dem die Ratsmitglieder beschließen, dass einige Gardeleger Kinder erstmals zu Fahrschülern werden und jeden Tag nach Estedt fahren. Dazu kommen weitere Kinder aus den Einzugsbereichen der Gardeleger Reutter- und der Miester Grundschule. Dritte Option: Solpker, Jeseritzer und Jercheler werden ab August 2015 in Estedt eingeschult.

Mit diesen drei Beschlussvorlagen wird sich am 20. Januar zunächst der Sozialausschuss befassen. "Das war Volkes Wille", betonte Bürgermeister Konrad Fuchs. Die Verwaltung war vom Stadtrat während der vergangenen Sitzung, als es eine Mitteilungsvorlage zu den Zahlen der städtischen Grundschulen gab, aufgefordert worden, Vorlagen mit Änderungen der Schuleinzugsbereiche zu erarbeiten, mit denen der Bestand der Estedter Grundschule gesichert wird.

Ein Beschlussvorschlag sieht daher nun vor, dass die Kinder aus Hemstedt, Weteritz, Jeggau, Breitenfeld und acht Gardeleger Straßen ab August 2015 dem Einzugsbereich der Estedter Grundschule zugeordnet werden. Mit dieser Variante könnte die Estedter Grundschule laut Zahlen der Verwaltung im Schuljahr 2018/19 genau 97 Kinder haben - und damit die Mindestzahlen deutlich erfüllen. Ohne die Änderung des Einzugsbereiches hätte die Schule laut Vorlage 54 Kinder in dem genannten Schuljahr.

"Langfristig keine positive Entwicklung."

Aus der Beschlussvorlage

Ein alternativer Beschlussvorschlag sieht vor, dass der Einzugsbereich um die Orte Solpke, Jerchel und Jeseritz erweitert wird. Damit wird sich die Schülerzahl ab 2015 von 49 über, 63, 72 auf 104 nach vier Schuljahren erhöhen. Beide Vorlagen enthalten auch den Punkt, dass für den Estedter Grundschulstandort der notwendige Investitionsbedarf bereitzustellen ist. Für das Schulgebäude wird mit 1,1 Millionen Euro gerechnet, für die Turnhalle mit einer Million Euro. Diese Zahlen resultieren aus der Schulentwicklungsplanung des Altmarkkreises, die den Ratsmitgliedern auszugsweise ebenfalls vorliegt. Darin heißt es, dass "das Gebäude grundsaniert werden muss".

Ohne Änderung der Schuleinzugsbereich erreiche die Estedter Peter-Härtling-Grundschule die Mindestschülerzahlen nicht. "Auch langfristig zeichnet sich keine positive Entwicklung ab", schreibt die Verwaltung. Die vorgeschlagenen Änderungen der Einzugsbereiche würden den Bestand der Miester, der Reutter- und der Goethe-Grundschule nicht gefährden.

Dritte Option: Der Grundschulstandort Estedt wird zum kommenden Schuljahr aufgegeben und der Einzugsbereich der Otto-Reutter-Grundschule zugeordnet. Diese besuchen bereits die Estedter Schüler, weil 2014 in Estedt keine Einschulung mehr stattfand, da die Mindestzahl für eine erste Klasse nicht erreicht wurde.

Alle drei Beschlussvorlagen enthalten einen weiteren Punkt, der die Jävenitzer Grundschule stärken soll. Denn deren Einzugsbereich soll um den Bereich Kellerberge erweitert werden. Die Kinder aus dem Gebiet besuchen bisher die Otto-Reutter-Grundschule.

"Wir müssen endlich entscheiden."

Bürgermeister Konrad Fuchs

Für die Änderung der Einzugsbereiche gilt, dass dies nicht auf die aktuellen Grundschüler, sondern erst auf die zutrifft, die ab 2015 eingeschult werden. Konrad Fuchs fordert von den Ratsmitgliedern am 2. Februar nun Taten: "Wir müssen endlich entscheiden."