Mareen Telschow ist die neue Integrationskoordinatorin des Altmarkkreises Salzwedel. Ihr wichtigstes Ziel: Sie möchte allen Menschen, die aus anderen Ländern in die westliche Altmark kommen, Zugang zur deutschen Sprache ermöglichen.

Salzwedel l "Auch wenn sich das wie eine Floskel anhört, die Sprache ist der Schlüssel zu allem", sagt Mareen Telschow. Die 29-Jährige ist seit Oktober vergangenen Jahres als neue Integrationskoordinatorin Nachfolgerin von Jutta Kolba und damit Ansprechpartnerin für alle öffentlichen und privaten Institutionen, die dazu beitragen, dass Menschen aus anderen Ländern hier in Ruhe leben können und idealerweise auch eine neue Heimat finden.

Im Altmarkkreis leben Menschen aus insgesamt 94 Herkunftsländern. 1667 von ihnen haben inzwischen ein Bleiberecht, davon stammt knapp die Hälfte aus Mitgliedsländern der Europäischen Union. Doch während Migranten, beispielsweise aus der ehemaligen Sowjetunion, an den Sprachkursen in der Kreisvolkshochschule, teilnehmen können, werde dieses Recht dagegen Asylbewerbern nicht zugestanden.

Damit auch dieses Menschen Deutsch lernen können, arbeitet Mareen Telschow mit einem Netzwerk von Partnern daran, auch Asylbewerbern Sprachkurse zu ermöglichen. "Wir setzen dabei auf Ehrenamtliche. Einige haben sich bereits gemeldet, aber weitere sind jederzeit willkommen. Vor allem für den Raum Gardelegen brauchen wir noch Unterstützung", so die neue Integrationskoordinatorin. Für Salzwedel sei man mit dem Team des Mehrgenerationenhauses im Gespräch, um dort die Kurse anzubieten. "Es sollen kleine Gruppen sein, wahrscheinlich gleich ganze Familien. Es wäre schön, wenn wir immer wieder mit neuen Gruppen Kurse beginnen können, anstatt Neuankömmlinge in bestehende Gruppen zu schicken", beschreibt Mareen Telschow.

"Zum Engagement bereit sein, offen und unvoreingenommen."

Derzeit kommen aufgrund der Krisen und Kriege in anderen Ländern 39 Asylbewerber pro Monat im Altmarkkreis an, die meisten aus Syrien, Irak, afrikanischen Ländern, Afghanistan, Albanien und Indien. 144 von ihnen sind in den Gemeinschaftsunterkünften in Salzwedel und Gardelegen untergebracht, weitere 208 leben in Wohnungen. Damit seien mehr als die Hälfte dezentral untergebracht, so Mareen Telschow.

Im Februar soll das Projekt der Integrationslotsen starten. Auch hierfür seien noch Freiwillige willkommen, die die Neuankömmlinge nach ihrer Ankunft in der Region begleiten. "Es sind keine besonderen Voraussetzungen erforderlich, man muss zum Engagement bereit sein, offen und unvoreingenommen", erklärt sie.

Für ihre Aufgabe als Integrationskoordinatorin arbeitet Mareen Telschow mit zahlreichen Partnern im Altmarkkreis zusammen, angefangen von der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie über die Kreisvolkshochschule und die Musikschule bis hin zum SoNet, in dem sich weitere Einrichtungen zusammengeschlossen haben wie das Jugendförderzentrum Gardelegen, der Jugendclub Corner Klötze, Aktion Musik, die Jugendkirche Salzwedel und weitere.

In ihren ersten Wochen habe sie festgestellt, dass sich sämtliche Beteiligten für die Menschen aus anderen Ländern einsetzen und eine Willkommenskultur schaffen wollen.

Zu den nächsten Aufgaben der in Kyritz geborenen und in Stendal aufgewachsenen Mareen Telschow gehört die Gestaltung des Bundesprogramms "Demokratie leben - Partnerschaften für Demokratie" für den Altmarkkreis. Und im September wird es wieder eine Interkulturelle Woche geben, die in diesem Jahr unter dem Motto steht "Vielfalt - das Beste gegen Einfalt".

Wenn sich Mareen Telschow für den Start an ihrer neuen Arbeitsstelle etwas wünschen dürfte, dann würde mehr finanzielle Unterstützung durch Bund und Land Sachsen-Anhalt auf ihrem Wunschzettel stehen. "Damit wir für alle Menschen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus Sprachkurse anbieten können."

Handlungsstrategien erarbeiten und diese umsetzen, dann sei sie in ihrem Element. "Und wenn es dann auch noch erfolgreich verläuft, dann ist einfach alles super", erzählt Mareen Telschow