Jemmeritz (cn) l In der Gemarkung Jemmeritz sind drei Schafe gerissen worden. "Die Tendenz geht klar in Richtung Wolf", sagte gestern Andreas Berbig von der Referatsstelle Wolfsschutz, die zum Biosphärenreservat Mittelelbe gehört.

Berbig hatte sich zuvor in Jemmeritz ein Bild von dem Riss gemacht. Um den Wolf eindeutig nachzuweisen, hätte es allerdings eine genetische Untersuchung gebraucht. Die war in diesem Fall, auch aus Kostengründen, aber nicht erfolgt. "Wir haben aber bestimmte Anzeichen aufgenommen", sagte Berbig. "Und demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass Wölfe die Ursache für den Tod der drei Nutztiere sind". Immerhin gilt ein Wolfsvorkommen in den Zichtauer Bergen als gesichert. "Und die Tiere", so der Fachmann, "haben ja doch einen großen Aktionsradius".

Bei den gerissenen Schafen wiederum handelte es sich um "wertvolle Zuchttiere" der Rasse Texel, wie Halterin Silvia Krause gestern sagte. Sie hatte am Sonntagvormittag die erschreckende Entdeckung gemacht. Einen Tag vorher hatten ihre Tiere noch quietschlebendig auf der Weide gestanden. Diese befindet sich links der Chaussee zwischen Kakerbeck und Jemmeritz. Die Herde zählte bis zum Tag des Ereignisses genau 70 Schafe.

Wie Silvia Krause weiter sagte, sei die Sache für sie selbst eigentlich von Anfang an recht eindeutig gewesen. Denn Hundebisse sähen doch anders aus. Dass drei ihrer Tiere gerissen worden seien, das mache sie schon sehr sehr traurig, zumal sie sich vorher umfassend informiert und auch entsprechende Sicherungsmaßnahmen vorgenommen habe.

Wie Andreas Berbig deutlich machte, gäbe es aber für betroffene Nutztierhalter die Möglichkeit einer finanziellen Entschädigung. Dazu müsse ein entsprechender Antrag beim Landesverwaltungsamt eingereicht werden.

Auch Silvia Krause hat inzwischen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Als sie jedoch, unmittelbar nachdem sie den Schaden festgestellt hatte, die auf einer speziellen Info-Broschüre abgedruckte Notrofnummer gewählt hatte, da war niemand zu erreichen gewesen. Erst gemeinsam mit Andreas Berbig war dann vor Ort festgestellt worden, dass die Nummer in der Broschüre nicht korrekt wiedergegeben war. Richtig muss sie lauten: 0162/3133949.