Mal den Geräteraum streichen oder sogar Umbauarbeiten vornehmen, in manchen Wehren heißt die Parole: Selbst ist der Feuerwehrmann. Solche Arbeiten haben jedoch Grenzen, sagt der Stadtwehrleiter. In Wiepke sorgten sie kürzlich auch für Diskussionsstoff.

Wiepke l Dass umgebaut werden muss, steht fest. Die Kinderwehr wird immer größer, und auch die Zahl der aktiven Kameraden macht den Wiepkern keine Sorgen. Deshalb wird es zuweilen auch eng im örtlichen Feuerwehrgerätehaus. Umziehen müssen sich die Retter dort, wo auch das Fahrzeug steht. Kein Zustand also. "Deshalb werden wir in diesem Jahr auch das Gerätehaus umbauen", informierte Uwe Schlonsak von der Wiepker Wehrleitung am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung der Wehr: "Das Büro des (Orts)Bürgermeisters wird ein bisschen kleiner, und aus dem Aufenthaltsraum wird eine Umkleidekabine für die Aktiven." Die Arbeiten, so Schlonsak, sollten in Eigenregie erfolgen. "Es wäre gut, wenn viele an verschiedenen Tagen helfen. Wir werden dann noch mal eine Aufstellung machen."

"Wir sind eine freiwillige Wehr, die ihre Leistungen zur Verfügung stellt"

Andreas Könecke

Doch genau diese Planung stieß offensichtlich manchem der Wiepker Feuerwehrleute sauer auf. "Eigentlich frage ich mich, warum wir das machen sollen", wandte sich in der Diskussion unter anderem Andreas Könecke gegen die Eigenregiepläne der Wehrleitung. "Wir sind eine freiwillige Wehr, die ihre Leistungen zur Verfügung stellt", und zwar für die Rettung, so Könecke. Er selbst sei 2014 zu acht Einsätzen ausgerückt. Da müssten doch nicht noch Arbeitseinsätze hinzukommen. Auch Wehrleiter Roland Gaedes Einwand, es handele sich doch nur um eine Trockenbauwand und den Aus- und Einbau einer Tür, ließ er nicht gelten: "Die Stadt kann sich doch da auch mal strecken", fand Könecke, "Warum sollen wir das selbst machen?"

Verständnis für den Protest von Andreas Könecke äußerten nicht nur die Kameraden aus den eigenen Reihen, sondern auch jene aus der Löschgruppe Zichtau: "Wir stellen uns in den Dienst der Öffentlichkeit, und es wird schon genug verlangt von den Kameraden", bestätigte der langjährige ehemalige Leiter der Zichtauer Wehr, Rainer Schmidt. Er könne indes auch verstehen, "dass die Stadt Geld sparen will. Vielleicht finden sich für den Umbau ja genug Freiwillige." Ihn interessiere allerdings, wie das denn mit der fachlichen Ausführung der Arbeiten und dem Unfallschutz aussehe, so Schmidt. "Das ist doch dann auch irgendwie Schwarzarbeit", fügte ebenfalls einer der Zichtauer Kameraden hinzu.

"Wenn mal gemalert werden soll, ist Selbermachen kein Problem."

Stadtwehrleiter Sven Rasch

Die allerdings sei es nicht, versichert Stadtwehrleiter Sven Rasch auf Nachfrage, "überall fassen die Kameraden mal mit an, in Gardelegen ebenso wie in Mieste oder Solpke." Rein rechtlich sei das kein Problem. Und auch versichert seien die Kameraden dabei natürlich auch, ebenso, wie sie zum Beispiel bei der Betreuung von Osterfeuern oder Umzügen versichert seien. Allerdings sieht Rasch im Fall der Wiepker Wehr auch die Notwendigkeit, eine Fachfirma mit dem Umbau zu beauftragen. "Wenn mal ein Raum gemalert werden soll oder ähnliches, ist das Selbermachen kein Problem. In diesem Fall geht es aber auch um bautechnische Vorschriften", betont Rasch. Die Arbeiten würden also vergeben, "und sind auch schon im Haushalt eingestellt", versichert Rasch. Die Wiepker Kameraden müssten also keine Freizeit dafür opfern.

Das müssen sie allerdings in anderer Hinsicht. Mindestens 40 Dienststunden hat jeder Aktive nämlich pro Jahr abzuleisten. Daran erinnert am Freitagabend nicht nur Wehrleiter Roland Gaede seine Männer und Frauen, das bestätigt auch Rasch ausdrücklich. Diese Zeit umfasse ausschließlich Übungszeit. Wettkämpfe oder die Organisation von Festen gehörten nicht dazu "und auch Arbeitseinsätze nicht".

Sollte die Mindestzahl der Übungsstunden nämlich nicht erreicht werden, "kann derjenige nicht mehr an Einsätzen teilnehmen", sagt Rasch unmissverständlich.

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