Das integrierte gemeindliche Entwicklungskonzept, kurz IGEK, liegt jetzt vor mit ausführlichen Ist-Analysen der 30 Ortschaften, mit 20 konkreten Projektansätzen und Investitionsprojekten bis 2020. Im Bauausschuss fand das informelle Strategiepapier Zustimmung.

Gardelegen l Gut 270 Seiten umfasst das gemeindliche integrierte Entwicklungskonzept für Gardelegen als flächenmäßig drittgrößte Stadt Deutschlands. Eine Herausforderung, das alles zu lesen, wie Lind-stedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan am Montagabend im Bauausschuss festgestellt hat. Er habe das Vergnügen gehabt, das Konzept als Urlaubslektüre mitzunehmen. "Ich habe zuerst gedacht, das ist ein Märchenbuch der Gebrüder Grimm", gestand Jordan augenzwinkernd. Er sei dann aber zur Überzeugung gekommen, dass es sich um eine "sehr komplexe Sache handelt mit vielen guten Vorschlägen". Vor allem auch mit Blick auf Lindstedt und die Initiativen des Fördervereines Historische Region Lindstedt und dem Gut Lindstedt.

Viel Lob gab es auch von anderen Seiten. "Wir freuen uns auf die Arbeit", sagte Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Er sieht das IGEK unter anderem als Grundlage für das Akquirieren von Fördergeld und für die Erstellung eines Flächennutzungsplanes für die gesamte Stadt Gardelegen. Für Behrends ein hohes Ziel, das seitens der Verwaltung bisher aufgrund der Kosten immer noch verschoben worden sei. Etwa 200000 Euro schätzt Behrends, wird der Flächennutzungsplan kosten.

"Wir wollen das jetzt angehen."

Bauamtsleiter Engelhard Behrends

"Wir wollen das jetzt angehen", so Behrends. Möglichst schon in diesem Jahr. Ganz besonders freut Behrends, dass es im Rahmen des IGEK künftig ein Leerstandsmanagement für die Stadt geben wird.

Erarbeitet hat das IGEK im Auftrag der Stadt die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH. Das Konzept wurde im Bauausschuss von Heike Winkelmann von der Landgesellschaft vorgestellt. Es handelte sich um ein Landesmodellprojekt im Nachgang der Gemeindegebietsreform, in deren Ergebnis die Stadt Gardelegen von der Fläche her gesehen die drittgrößte Stadt Deutschlands geworden ist. Insgesamt wurden landesweit zehn Modellorte ausgewählt.

"Das IGEK ist ein informelles Strategiepapier, ein Leitbild und sehr gute Grundlage für die Bauleitplanung und die Flächennutzungsplanung", sagte Heike Winkelmann. Alle Bereiche seien erfasst, Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen herausgearbeitet worden. Mit diesem Konzept könne die Gemeindeentwicklung der nächsten 15 Jahre sinnvoll und bedarfsgerecht gesteuert werden. "Gardelegen - Zukunft in der Fläche" laute das Motto. Und Gardelegen habe eine gute Zukunft. Es gebe eine sehr gute soziale Struktur, eine leistungsfähige Wirtschaft. "In der Stadt sind starke Potenziale vorhanden", betonte Winkelmann.

80000 Euro hat das Grundsatzpapier gekostet. Die Stadt hat dafür eine 80-prozentige Förderung erhalten. Der Eigenanteil lag bei 20 Prozent. Für Bürgermeister Konrad Fuchs gut angelegtes Geld. "Für uns ist das ein Grundsatzkonzept, ein Kompass, wenn man so will. Wir können damit einen Blick auf die ganze Stadt richten mit ihren Schwerpunkten, Schwächen und Stärken", sagte Fuchs gestern.

Im Bauausschuss gab es dazu keine größeren Diskussionen. Das IGEK wurde bestätigt. Die weiteren Beratungen: heute 19 Uhr im Finanzausschuss, am Dienstag, 27. Januar, 16.30 Uhr im Hauptausschuss und am Montag, 2. Februar, 19 Uhr im Stadtrat sowie in den Sitzungen der Ortschaftsräte.

Die Volksstimme wird in loser Folge einzelne Punkte aus dem IGEK vorstellen.