Schüler der Kalbenser Sekundarschule haben sich am Wochenende auf eine nicht alltägliche Herausforderung eingelassen. Sie nahmen an einer Schreibwerkstatt mit der Autorin Carmen Winter teil.

Kalbe l Den Kopf in die Hand gestützt, während der Ellenbogen das Blatt Papier vor ihnen fixiert - so saßen die Mädchen und Jungen am Sonnabend im Klubraum des Jugenklubs Kroko. Kalotta Röttger, Maximilian Ganse, Florian Bastian, Thea Grothe, Lorenzo Hartmann und Christine Zenker ließen sich nicht ablenken, nachdem die Würfel gefallen waren. Denn eben diese Würfel gehörten zu einem Spiel, dass die Autorin Carmen Winter zur Schreibwerkstatt im Kroko mitgebracht hatte.

Fünf Würfel mit je sechs unterschiedlichen Bildern gaben den Jugendlichen Stichworte vor, die sie in ihrer Geschichte verwenden sollten. Der erste Blick galt immer dem bunten Würfel. Die Theatermasken darauf schrieben vor, ob es eine lustige oder traurige Geschichte werden sollte. Ein Bett, eine Schneeflocke, eine Seilbahn und ein Krebs waren auf den anderen Würfeln zu sehen. Diese vier Worte fügten die Jugendlichen, im Alter zwischen 12 und 17 Jahren zu den fantastischsten Geschichten zusammen. Drei Minuten Zeit gab es dafür.

Drei Minuten, während der sich auch Carola Winter eine Geschichte ausdenken musste. Von auf Schneeflocken aufgespießten Krebsen bis zu Betten, die aus Seilbahnen stürzten, war so manch unglaubliche Wendung der Ereignisse dabei. Dass sie alle traurig, sogar tragisch, endeten, lag an dem einen bunten Würfel. Das genaue Gegenteil trat dafür ein, wenn sich zwei lachende Masken auf dem Würfel zeigten.

Dass die Teenager bei der Schreibwerkstatt am Sonnabend und Sonntag viel Spaß hatten, bestätigten sie beim Erzählen des Erlebten. Begonnen hatten sie nämlich damit, dass sie fünf Minuten schreiben sollten, was ihnen gerade so durch den Kopf ging, ohne den Stift ruhen zu lassen. "Und wenn wir nicht wussten, was wir schreiben sollten, dann sollten wir schreiben, dass wir nicht wissen, was wir schreiben sollen", erklärte Kalotta das ganz einfache Prinzip, das gar nicht so einfach war.

Auf jeden Fall malten die Geschichten Bilder in der Fantasie und das sei doch das Schönste, was Literatur erreichen kann, bestätigte Carmen Winter.