Heiraten wurde 2014 in Kalbe wieder groß geschrieben: 37 Paare sagten nämlich offiziell ja zueinander und damit fast doppelt so viele, wie noch im Jahr zuvor.

Kalbe l Es sind nur zwei Buchstaben, aber die sind zuweilen nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern eines für den Partner. Ein solches gaben im vergangenen Jahr 54 Menschen in Kalbe ab. Sie sagten ja zur Ehe und ließen sich in der Mildestadt trauen.

Und wenn sie das taten, war neben der Familie, den Freunden und Verwandten des Paares meist auch Kalbes neue Standesbeamtin Kristin Schulz-Melzian dabei. Deshalb weiß sie auch genau, wo im vergangenen Jahr am liebsten geheiratet wurde, nämlich im Trauzimmer des Rathauses.

26 Paare gaben sich dort 2014 das Eheversprechen, elf entschieden sich für das Schloss von Goßler. Drei dieser Paare wiederum pflanzten zur Erinnerung an ihren schönsten Tag eine Rose im Buchsbaumgarten vor den Schloss. Diese Möglichkeit gibt es seit einigen Jahren.

Der Unterschied zwischen Rathaus und Schloss ist aber nicht nur optischer, sondern auch finanzieller Natur. Kostet das Ja-Wort im Schloss zwischen 60 und 100 Euro - je nach Wahl des Trauzimmers und der Jahreszeit - ist das Heiraten im Trauzimmer des Rathauses nach wie vor kostenlos. "Allerdings nur, wenn die Trauung innerhalb der Öffnungszeiten der Verwaltung erfolgt", schränkt Kristin Schulz-Melzian ein. Wird zum Beispiel an einem Freitag nach 13 Uhr oder an einem Sonnabend geheiratet, fallen auch hier Gebühren von 70 Euro an.

Die Kosten seien allerdings selten der Grund für die Entscheidung, weiß die Standesbeamtin. Lediglich ältere Brautleute, die vielleicht auch schon mal verheiratet waren, und sich nun eher im Stillen und ohne Feier zusammenschreiben lassen möchten, würden sich wohl aus diesen Gründen fürs Rathaus entscheiden. Alle anderen, so Schulz-Melzian, treffen die Entscheidung ganz bewusst.

Und weil das so ist, soll dem in diesem Jahr auch Rechnung getragen werden: "Wir wollen das Trauzimmer mal wieder renovieren", informiert sie. Geplant sind vor allem neue Farben für Decke und Wände und eine schicke neue Dekoration.

Geplant ist die Maßnahme zwischen Mitte April und Mitte Mai. Wer in diesem Zeitraum heirateten möchte, hat also ausnahmsweise mal nicht die Wahl, sondern muss dies im Schloss von Goßler tun.

"Die meisten Paare wählen immer noch den Namen des Mannes zum Ehenamen."

Der Zeitraum sei aber bewusst gewählt. Im April des vergangenen Jahres gab es nämlich in Kalbe keine Hochzeit. Die Hochzeitssaison begann erst Ende Mai, der wie Juni, Juli und August zu den meistgebuchten Monaten gehörte. Einen echten Ansturm - für Kalbenser Verhältnisse - gab es am 13. Juni. An dem Tag ließen sich gleich drei Paare trauen.

Wer sich vor Kristin Schulz-Melzian oder ihrer Kollegin Margitta Weisbach das Eheversprechen geben will, muss sich natürlich vorher anmelden und auch einige Fragen beantworten. So zum Beispiel die nach dem gemeinsamen Ehenamen. Hier seien die Kalbenser übrigens konservativ wie alle Deutschen, verrät die Standesbeamtin: "Die meisten Paare wählen immer noch den Namen des Mannes." Möglich sei aber auch, keinen Ehenamen oder einen Doppelnamen zu wählen. Ist ein Ehename festgelegt, erhalten diesen automatisch auch die in der Ehe geborenen Kinder.

Über die Möglichkeiten der Namenswahl gibt Kristin Schulz-Melzian den Paaren zuvor umfangreich Auskunft. Aber auch wer sich mit dem Gedanken trägt, im Ausland zu heiraten, ist gut damit beraten sich vorher von ihr beraten zu lassen. Nicht jede im Ausland geschlossene Ehe ist nämlich auch automatisch eine gültige Verbindung im eigenen Land. "Hier muss die Rechtmäßigkeit jeweils im Einzelnen überprüft werden", sagt die Fachfrau.