Die Sanierung des Großen Hospitals in der Innenstadt soll fortgesetzt werden. 200000 Euro sollen investiert werden. Bei einer 80-prozentigen Förderung beträgt der Eigenanteil der Stadt 40000 Euro. Das Hospital soll künftig Sitz der Verwaltung des Wasserverbandes Gardelegen sein.

Gardelegen l Für Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs ist es ganz wichtig, dass die Sanierungs- und Sicherungsarbeiten am Großen Hospital fortgesetzt werden, um das historische, stadtbildprägende Gebäude zu erhalten und - vor allem - wieder mit Leben zu erfüllen.

Zu den potenziellen Mietinteressenten gehören der Gardeleger Wasserverband, der seinen Verwaltungssitzung von der Letzlinger Landstraße in die Innenstadt verlegen will. Das verbandseigene Gebäude an der Letzlinger Landstraße entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen, was vorhandene Raumkapazitäten betrifft. Ein Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Hauses würde neben hohen Kosten auch nicht den gewünschten Erfolg bringen, da der Verband an Auflagen gebunden wäre (wir berichteten).

Verwaltungssitz des Wasserverbandes

Am Großen Hospital wurden in den vergangenen zwei Jahren Sanierungs- und Sicherungsarbeiten für 466000 Euro ausgeführt. Mit 93200 Euro hat sich die Stadt an den Arbeiten finanziell beteiligt. Der "große Rest" der Summe kam aus dem Förderprogramm "Städtebaulicher Denkmalschutz zur Sicherung und Erhaltung historischer Stadtkerne".

In Abstimmung mit dem Stadtratsvorsitzenden Kai-Michael Neubüser sei für die Stadtratssitzung am kommenden Montag eine Beschlussvorlage erarbeitet worden, wonach noch weitere 200000 Euro im Großen Hospital investiert werden sollen, informierte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs in der jüngsten Sitzung des städtischen Hauptausschusses.

Sollte der Stadtrat dem zustimmen, dann könnte zügig mit den Bauarbeiten begonnen werden. "Wenn wir die 200000 Euro nachschieben, dann ist nämlich die gesamte äußere Hülle fertig mit Dach, Fassade und Fenster", erläuterte Fuchs auf Nachfrage. Allerdings sei es damit nicht getan, denn das Innere des Hauses müsse ebenfalls noch komplett saniert werden. Die Kosten werden auf 600000 bis 800000 Euro geschätzt, so Fuchs.

"Wir wollen das aber zügig durchziehen, damit der Wasserverband einziehen kann und das Haus zu zumutbaren Mietpreisen nutzen kann", so Fuchs weiter.

Wertgutachten liegt jetzt vor

Eigentümer des Großen Hospitals ist derzeit noch die Große Hospitalstiftung zu Gardelegen. Deren Stiftungszweck ist die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen. Wirtschaftlich tätig oder gewinnorientiert arbeiten dürfte die Stiftung nicht. Ebenso dürfe die Stiftung auch keine Kredite aufnehmen. Von daher sei geplant, das Große Hospital zu veräußern. Eine entsprechende Absichtserklärung des Stiftungsrates liege vor. Ein Beschluss wird der Stiftungsrat erst dann fassen, wenn es ein Wertgutachten für das Gebäude und ein Kaufvertrag im Entwurf vorliegt, erläuterte Fuchs. Das Wertgutachten sei mittlerweile fertig. Der Kaufvertrag sei in Arbeit. Fuchs geht davon aus, dass der Stiftungsrat im Februar darüber befinden wird. Käufer wird die Gardeleger Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) sein. Auch dort müssten Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung einbezogen werden, bevor der Verkauf über die Bühne gehen könne.

Die 200000 Euro sollen unter anderem eingesetzt werden für die Erneuerung des Außenputzes und Restarbeiten im Bereich der Holzfenster.

Der Gardeleger Stadtrat wird dazu am Montag, 2. Februar, ab 19 Uhr im Rathaussaal tagen.