Einstimmig beschloss der Kalbenser Stadtrat am Donnerstagabend die vorläufige Wunschliste für künftige Leaderprojekte mit einigen Ergänzungen. Geprüft werden soll eine Fördermöglichkeit zur Verbesserung der Wasserqualität im Freibad.

Kalbe l Noch hat die Leader-Projektliste für mögliche Maßnahmen in den kommenden fünf Jahren laut Beschlussvorlage "den Charakter einer unverbindlichen, einzelfallbezogenen Interessenbekundung", Die jedoch ist nun beschlossen. Über das europäische Förderprogramm fördern lassen, würden die Kalbenser somit unter anderem gern eine Abtrennung im großen Kulturhaussaal und die Sanierung des Umfeldes, einige Caravanplätze in Kalbe und Güssefeld, die energetische Sanierung des Daches der Mehrzweckhalle in Brunau und des Sporthallengiebels in Kakerbeck, die Ertüchtigung des Radwandernetzes, die Schaffung eines einheitlichen Wegeleitsystemes und Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Freibades.

"Das Gesundheitsamt hat sich bereits kritisch zur Wasserqualität im Freibad geäußert."

Bürgermeister Karsten Ruth

Letztere bat Bürgermeister Karsten Ruth indes unter Vorbehalt zu betrachten. "Das Gesundheitsamt hat sich in der jüngsten Zeit bereits sehr kritisch zur Wasserqualität in unserem Freibad geäußert", informierte er. Eine Förderung der Nebenanlagen sehe er deshalb kritisch: Was nützten diese schließlich, "wenn uns dann das Wasser abgedreht wird?", so Ruth. Nachhaltiger und vernünftiger sei es deshalb vermutlich, in eine Beckensanierung und die Anschaffung einer Wasseraufbereitungsanlage zu investieren. Das sei finanziell aber "eine andere Liga". Rund eine Million Euro würden diese Maßnahmen wohl kosten, schätzte Ruth vorsichtig. Und diese seien zudem über Leader nicht einmal förderfähig, wie auch Sitzungsgast Heike Winkelmann von der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt bestätigte, die die Leader-Aktionsgruppe "Mittlere Altmark" auch in der neuen Förderphase berät und betreut.

"Wenn man sich die Wasserqualität in Zichtau anschaut, weiß man, wohin das führt."

Stadträtin Melissa Schmidt

Letztere hatte sie im Kalbenser Stadtrat am Donnerstag auch nochmal vorgestellt und sogar für die Freibadproblematik eine Idee: "Ich schlage vor, eine konzeptionelle Vorstudie erstellen zu lassen", so Winkelmann. Diese könnte hilfreich sein, wenn die Nebenanlagen, die förderfähig seien, als Maßnahme eingereicht würden. Vielleicht finde das Land dann ja "eine innovative Förderung", mit der "ein gewisser Anteil" für die Maßnahmen zur Steigerung der Wasserqualität abgedeckt werden könnte. "Wenn die aber gar nicht erst mit reingenommen werden, kann man auch nicht darüber sprechen."

"Wir brauchen keine Rutsche mehr, wenn man uns das Bad sperrt", schätzte auch Stadträtin Melissa Schmidt ein. Sie riet den Ratskollegen, die Wasserqualität nicht aus den Augen zu verlieren: "Wenn man sich Zichtau ansieht, weiß man wohin das führt. "Vielleicht", so Schmidt, gewinne Kalbe ja den Kampf um sein Bad, "wenn wir etwas schneller sind."