Die Miesterhorster Ortsbürgermeisterin Grit Oelze ist seit Sonnabend Oberfeuerwehrfrau. Sie war eine der acht Kameraden, die bei der Jahreshauptversammlung der Miesterhorster Feuerwehr befördert wurden. 2014 rückten die Miesterhorster zu neun Einsätzen aus.

Miesterhorst l Sie ist eine der größten Wehren der Stadt, auch wenn dies bei der Jahresversammlung am Sonnabend in Miesterhorst ausnahmsweise einmal nicht zu merken war, da durch die Winterferien doch etliche Wehrmitglieder verreist waren. Denn eines zeichnet die Miesterhorster Wehr aus: Sie hat ein ausgeglichenes Verhältnis von jungen und älteren Wehrmitgliedern. Viele Einsatzkräfte sind zwischen 25 und 50 Jahre alt.

Zurzeit gibt es 52 aktive Einsatzkräfte, darunter zehn Frauen. Hinzu kommen 48 passive Mitglieder und acht Ehrenmitglieder. Die Jugendwehr verzeichnete 2014 einen Neustart mit acht Kindern, darunter sechs Mädchen. Insgesamt hat die Wehr 116 Mitglieder. Der jüngste Nachwuchs wird bei der Kinderfeuerwehr in Dannefeld mitbetreut.

Im nächsten Jahr wird es gravierende personelle Änderungen geben. Wehrleiter Dirk Hasselberg kündigte am Sonnabend an, dass er bei Wahl 2016 nicht mehr als Wehrleiter zur Verfügung stehen werde. Zwar ist Hasselberg erst 39 Jahre alt, die Wehr leitet er jedoch bereits seit zwölf Jahren.

Neues Fahrzeug lässt sich gut bedienen

Hasselberg sagte in seinem Jahresrückblick, dass sich die große Zahl der Einsatzkräfte zwar gut anhöre, "aber trotzdem kann es manchmal knapp werden, gerade beim Schichtwechsel". Er lobte, dass die Aus- und Weiterbildung sonntags in den Gruppen gut laufe, allerdings wegen des neuen Fahrzeugs weiterhin unverzichtbar sei. "Das neue HLF bietet genügend Themen", so der Wehrleiter. Sehr positiv fiel sein erstes Resümee zum neuen Fahrzeug aus: "Es lässt sich doch überraschend einfach bedienen." Und das, obwohl die Wehr mit dem HLF 20/20 "in der Größe und Ausstattung absolutes Neuland betreten hat".

Enttäuscht äußerte sich Hasselberg über die Resonanz der Miesterhorster Bevölkerung zur Fahrzeugeinweihung im Juni. "Ich hätte mir da mehr Leute gewünscht. Das ist ein absolutes Großereignis, denn in den nächsten 20 Jahren werden wir nicht noch einmal so ein Fahrzeug bekommen", so der Wehrleiter. Und sonst seien die Kameraden bei den Einwohnern auch immer zur Stelle, "wenn mal ein Baum umgesägt werden muss".

Kritisch äußerte sich Hasselberg erneut zum Digitalfunk: "Die Endgeräte sind nicht optimal. Und für Gelegenheitsanwender, wie wir es sind, muss das selbst erklärend sein." Allerdings sei das neueste Update eine Erleichterung für das Funken mit Statustaste.

Die Einsatzstatistik wertete der stellvertretende Wehrleiter Torsten Pilzecker aus. "Wir hatten ein ruhiges Jahr, vor allem ruhiger als 2013, als es 21 Einsätze waren", betonte er. Neunmal mussten die Miesterhorster ausrücken, darunter viermal zu Verkehrsunfällen und zu drei Bränden.

Der größte Einsatz war der Brand eines Miesterhorster Autohauses am 13. April. Insgesamt waren dabei 56 Kameraden aus Miesterhorst, Mieste, Dannefeld und Gardelegen vor Ort. Im Schnitt rückten 9,4 Miesterhorster aus, wenn die Sirene ertönte. Bis zum Ausrücken dauerte es viereinhalb Minuten, nach weiteren zweieinhalb Minuten waren Wehrmitglieder am Einsatzort.

Und wenn in Miesterhorst ausgerückt wird, sind auch die Frauen mit dabei. "Das ist wichtig, dass wir eine starke Frauenabteilung haben, die Einsätze mitfahren." Zwei Damen haben sich 2014 auch weiterqualifiziert. Grit Oelze, die auch Miesterhorster Ortsbürgermeisterin ist, und Nicole Hasselberg wurden am Sonnabend zu Oberfeuerwehrfrauen befördert.

"Einen Neuanfang" wagte 2014 die Jugendwehr, wie Jugendwart Marko Krümmel berichtete. Die Dienste wurden mit den sechs Mädchen und zwei Jungen neu organisiert, außerdem nahmen die 11- bis 13-Jährigen am Wettkampfgeschehen teil. Der größte Wunsch des Nachwuchses: "Dass sie mal ein richtiges Feuer löschen dürfen und am Zeltlager in Arendsee teilnehmen." Einen großen Dank richtete Krümmel an Axel Temme, der die Jugendwehr 2014 sehr unterstützt und auch Dienste mit den Kindern gestaltet habe.

Mit viel Beifall wurde Joachim Wagner verabschiedet, der seit Jahresbeginn nicht mehr Leiter der Gruppe IV ist, in der zwölf Kameraden aktiv sind. "Ich freue mich, dass es endlich einen Nachfolger gibt", betonte er. Er werde aber weiterhin der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Hasselberg nahm das auf und sagte, "dass ich dir bestimmt die eine oder andere Aufgabe noch übertragen werde".

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