Ende April soll der Kalbenser Rohrnetzstützpunkt des Gardeleger Wasserverbandes geschlossen werden. Die fünf Mitarbeiter, die dort bislang tätig waren, werden künftig in Gardelegen ihren Arbeitsort haben.

Kalbe l Ein ungünstiges Umfeld, alte, marode Gebäude mit einer kostenintensiven Unterhaltung und eine räumliche Beschaffenheit, die nur schwer nutzbar sei - diese Fakten seien für den Gardeleger Wasserverband ausschlaggebend gewesen, sich für eine Schließung des sogenannten Rohrnetzstützpunktes in Kalbe zu entscheiden. Es handele sich um den alten Wasserturm mit einigen Anbauten. Der Komplex befinde sich auf dem Petersberg, direkt an der Wernstedter Straße, erläuterte der technische Leiter des Wasserverbandes, Frank Hellmann, während der jüngsten Verbandsversammlung.

Der Wasserturm selbst - in den 1970-er Jahren errichtet und im Inneren mit einem rund 200 Kubikmeter fassenden, sechs Meter hohen Behälter zur Wasserspeicherung ausgestattet - sei seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb. Später seien an der Vorderseite des Gebäudes ein Anbau für Büro und Verwaltung errichtet worden, ebenso einige Garagen. Das Verwaltungsgebäude verfüge über "rudimentäre Toiletten".

Insgesamt sei das gesamte Ensemble - Grundstück und Baulichkeiten gehören dem Wasserverband - ungünstig gelegen. Bei einer weiteren Nutzung der Immobilie hätten dort umfangreiche Sanierungsarbeiten ausgeführt werden müssen. "Es müsste praktisch alles gemacht werden", fasste Hellmann zusammen.

"Es müsste praktisch alles gemacht werden."

Frank Hellmann, technischer Leiter des Wasserverbandes Gardelegen

Der Verband wird das Gebäude nicht mehr nutzen. Die Schließung ist für Ende April geplant. Die fünf Mitarbeiter - vier Techniker und eine Verwaltungsangestellte - werden künftig in Gardelegen im verbandseigenen Gebäude an der Letzlinger Landstraße ihren Dienstsitz haben. Damit sei dann die komplette Technik und das Personal in Gardelegen konzentriert. Das Kalbenser Gebäude soll verkauft werden.

"Wer kauft denn so was?", wollte Christian Glatz, Vertreter der Stadt Gardelegen in der Verbandsversammlung, wissen. "Vielleicht eine Autowerkstatt mit zwei bis drei Mitarbeitern", meinte Hellmann.

Auf jeden Fall habe sich der Verband die Zuwegung zum Grundstück rechtlich sichern lassen. Auf dem Dach des alten Wasserturmgebäudes befinde sich eine Sendeanlage eines Telefonanbieters. Mit dem habe der Verband einen langfristigen Vertrag abgeschlossen. Bei einem Verkauf müsse der Vertrag an den neuen Besitzer übergehen, so Hellmann.

Die Kunden des Wasserverbandes aus dem Raum Kalbe müssten sich bei Bedarf an den Gardeleger Verband wenden, sagte Verbandsgeschäftsführerin Katja Rötz. Sie reagierte damit auf eine Anfrage von Peter Wiechmann, ebenfalls Vertreter der Stadt Gardelegen in der Verbandsversammlung, wie künftig der Kontakt zu den Kalbenser Kunden gehalten werden soll.

Von Kalbe aus habe es keinen Zugang zu den Computerprogrammen in der Gardeleger Verwaltung gegeben. "Eine detaillierte Kundenberatung hat es von Kalbe aus nie geben können", erläuterte Katja Rötz. Diese Beratung sei schon immer von Gardelegen aus erfolgt. Die Schließung des Kalbenser Rohrnetzstützpunktes werde mit großer Sicherheit von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.